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Tuberkulose
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Neue Diagnostik vereinfacht Nachweis erheblich

Ein neues Diagnoseverfahren kann zukünftig zu einem schnelleren Nachweis von Tuberkulose (Tb) führen. Die bisherige Methode ist aufwendig und verzögert einen möglichen Therapiebeginn. Zudem rutschen Patienten, die kein Sputum abliefern können, durchs Raster. Der Zungenabstrich hingegen ist in jeder Hinsicht eine Verbesserung.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 02.06.2026  07:00 Uhr

Ein internationales Forschungsteam unter Federführung der Universität Heidelberg und der University of California, San Francisco (USA), untersuchte ein neues Verfahren, das den Nachweis einer Tuberkulose-Infektion deutlich vereinfacht – per Zungenabstrich. Die Ergebnisse wurden im »New England Journal of Medicine« publiziert.

Für die multizentrische Studie wurden 1380 Personen mit Verdacht auf Lungentuberkulose mit dem neuen Verfahren untersucht. Zusätzlich erfolgte eine Untersuchung des Sputums. Der Abstrich erwies sich dabei mit einer Sensitivität von 80 Prozent und einer Spezifität von 99,5 Prozent als zuverlässig und mit dem Goldstandard – der Sputum-Diagnostik im Labor – vergleichbar.

Einfach im Handling, günstig in der Anwendung

Mit der neuen Methode könne zukünftig ein Tuberkulose-Nachweis innerhalb von 35 Minuten vor Ort erbracht werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg. Das Verfahren ist dabei recht simpel: Die Diagnostik erfolgt mithilfe zweier mobiler Geräte – eines für die Probenaufarbeitung und eines für die Auswertung. Die Handhabung der beiden kompakten, batteriebetriebenen Geräte sei so einfach, dass sie auch von Laien bewältigt werden könne, schreiben die Autoren.

Das neue Verfahren vereinfache nicht nur die Probennahme, sondern vergrößere auch den Kreis der Testpersonen, erklärt Professor Dr. Claudia Denkinger von der Universität Heidelberg. Denn nicht alle Patienten, bei denen ein Tuberkulose-Verdacht bestehe, seien in der Lage, Sputum abzugeben. Als Beispiele führt Denkinger Kinder, schwer kranke Patienten und Menschen mit HIV-Infektion an. Diese Personenkreise trügen zudem ein erhöhtes Tuberkulose-Risiko.

»Die Ergebnisse sind so überzeugend, dass die WHO den Einsatz bei Jugendlichen und Erwachsenen mit Tb-typischen Symptomen bereits jetzt empfohlen hat,« ergänzt Erstautorin Dr. Seda Yerlikaya. Das neue Diagnostikverfahren sei darüber hinaus sehr benutzerfreundlich. Die Kosten lägen deutlich unter denen bisheriger Labortests. Folglich werden in verschiedenen Ländern mit hoher Tuberkulose-Belastung Pilotanwendungen vorbereitet.

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