Pharmazeutische Zeitung online
Kinder und Schwangere

Nebenwirkungen weltweit verstärkt melden

In einer Kampagne werden Patienten auf der ganzen Welt derzeit dazu aufgefordert, Verdachtsfälle von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) verstärkt den Arzneimittelbehörden zu melden. In diesem Jahr liegt der Fokus der internationalen Kampage auf Nebenwirkungen bei Kindern sowie schwangeren und stillenden Frauen.
Daniela Hüttemann
19.11.2018
Datenschutz bei der PZ

Die Kampage findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Weltweit nehmen mehr als 30 Arzneimittelbehörden teil, darunter auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). »Je mehr Meldungen von Verdachtsfällen wir erhalten, desto früher können wir auch Risikosignale erkennen und bei Bedarf wirkungsvolle Maßnahmen für den Patientenschutz treffen«, betont Professor Dr. Karl Broich, Präsident des BfArM. »Die Kampagne spricht die Patienten daher direkt an und fordert sie auf, Nebenwirkungen immer an die zuständigen Behörden zu melden. Nur so können diese Meldungen von Experten der Arzneimittelsicherheit berücksichtigt werden und schnellstmöglich in die Risikoüberwachung einfließen.«

Die Behörde wünscht sich mehr belastbare Daten und Risikosignale aus der Praxis. Dazu sollen Patienten ihre Verdachtsfälle im Internet ausschließlich über das gemeinsame Portal von BfArM und PEI melden: www.bfarm.de/uawmelden. Die Meldungen werden unter Berücksichtigung des Datenschutzes und entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen an die Europäische Datenbank gemeldeter Verdachtsfälle von Arzneimittelnebenwirkungen weitergeleitet. Erfahrungsgemäß werden bei Weitem nicht alle Verdachtsfälle von Nebenwirkungen gemeldet, insbesondere bei Arzneimitteln, die bereits länger auf dem Markt sind. Es sollen durchaus auch UAW gemeldet werden, die bereits im Beipackzettel zu finden sind. Das hilft, die Häufigkeit exakter einzuschätzen.

2017 wurden den Behörden in Deutschland mehr als 60.000 UAW-Verdachtsfälle gemeldet. Fast 80 Prozent der Meldungen kamen von pharmazeutischen Unternehmen, an die sich Patienten und Ärzte oft direkt wenden.

Mehr von Avoxa