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Medikamente
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Nebenwirkung für das Ökosystem

Über den Eintrag von Arzneistoffen in die Umwelt und die verheerenden Folgen davon sprach Dr. Gerd Maack vom Umweltbundesamt in Dessau beim ADKA-Jahreskongress. Der Experte informierte auch über Möglichkeiten zur Reduktion der Umweltbelastung durch Wirkstoffe oder deren Metabolite.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 15.05.2024  18:00 Uhr
Diclofenac erst abwischen, Urin mit Röntgenkontrastmittel auffangen

Diclofenac erst abwischen, Urin mit Röntgenkontrastmittel auffangen

Beispiel topisches Diclofenac: Nur circa 5 Prozent des Wirkstoffes werden über die Haut aufgenommen, der Rest wird abgewaschen. Das passt gut zu einer Untersuchung, die zeigt, dass etwa 90 Prozent der Diclofenac-Fracht im Grauwasser, also im Abwasser aus zum Beispiel Bädern, Duschen oder Waschmaschinen, stammt und nicht aus Toilettenwasser. »Der Zulauf nimmt insbesondere ab dem frühen Nachmittag zu«, informierte Maack. Das liege sehr wahrscheinlich an den vielen ambitionierten Breitensportlern, die dann trainieren gehen und bei denen der Einsatz von topischem Diclofenac häufig zur Routine gehört, was Maack stark kritisierte. Ob bestimmungsgemäßer Gebrauch oder nicht: Nach dem Auftragen von topischem Diclofenac sollten Anwender die Hände mit einem Papiertuch gründlich abwischen und dieses im Restmüll entsorgen, bevor sie die Hände waschen.

Für Krankenhausapotheker dürfte auch ein Projekt zur Reduktion des Eintrags von Röntgenkontrastmitteln in die Umwelt interessant sein. Röntgenkontrastmittel werden schnell und vollständig vom Körper ausgeschieden und sind nur schwer abbaubar. Eine Urinseparation in den ersten Stunden nach der Gabe mittels Urinbeuteln führte in dem Projekt laut Maack zur Halbierung des Röntgenkontrastmittel-Eintrags in Gewässern. Leider gebe es hierfür in der Praxis aber Hürden, etwa einen zeitlichen Mehraufwand für das Personal sowie die Kostenübernahme für die Beutel und deren Entsorgung.

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