»Die Menschen leben dort bei klirrender Kälte ohne Heizung, ohne Strom, manche ohne fließendes Wasser«, schilderte er. Dazu komme der permanente Stress durch militärische Bedrohung, nächtliche Angriffe und die Sorge um Angehörige. »Solche Lebensumstände machen krank.«
Die Helfer vor Ort würden daher zurzeit einen Anstieg von chronischen Erkrankungen nicht nur bei Älteren, sondern zunehmend auch bereits bei Kindern erleben: »Diese Menschen brauchen Medikamente zum Überleben. Wenn sie fehlen, geht es für sie um alles.« Medikamente seien allerdings nicht nur lebensnotwendig, sondern auch teuer. »Unsere Hilfe kostet natürlich Geld. Und wir kämpfen gerade einen Kampf gegen die Zeit, denn die Finanzmittel, die wir für diese und andere humanitäre Projekte zur Verfügung haben, sind endlich«, resümierte er. »Und trotzdem wollen wir versuchen, einen Weg zu finden, wie wir weitermachen können. Daher rufen wir die Menschen nochmals zur Unterstützung für die Ukraine auf.«
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Spendenstichwort: »Ukraine«
Auch die Hilfsorganisation Apotheker ohne Grenzen (AoG) setzt vier Jahre nach dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine ihre langfristige Nothilfe deshalb konsequent fort. Vielerorts seien Medikamente knapp, die Kliniken würden unter enormem Druck arbeiten, außerdem fehle es an Personal und Materialien. Auch die Anzahl an Patientinnen und Patienten steige an.
Der Bedarf an medizinischer Hilfe sei höher denn je. Viele Einrichtungen würden in den harten Wintermonaten unter enormem Druck arbeiten, während sich die finanziellen Spielräume verengen. »Der Krieg dauert an – und damit auch die Notwendigkeit, die Versorgung der Menschen in der Ukraine weiter zu unterstützen«, sagte Jochen Wenzel, ehrenamtlicher erster Vorsitzender des AoG-Vorstandes. »Wir versuchen mit unserer kontinuierlichen Unterstützung, den Menschen neben den Medikamenten auch Zuversicht und ein wenig Hoffnung zu schenken.«
Eine Hilfslieferung wird in Lviv abgegeben. / © Apotheker ohne Grenzen
Seit Frühjahr 2022 organisiere AoG kontinuierlich Lieferungen mit Arzneimitteln und medizinischen Hilfsgütern in verschiedene, auch frontnahe Regionen der Ukraine. Ziel sei es, die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu stabilisieren und medizinische Einrichtungen dabei zu unterstützen, auch unter den schwierigen Kriegsbedingungen handlungsfähig zu bleiben.
Seit Beginn der Langzeit-Nothilfe seien auf diese Weise bereits 223 Hilfslieferungen mit Medikamenten und medizinischem Equipment umgesetzt worden. Sie würden einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass medizinische Einrichtungen auch unter Kriegsbedingungen funktionieren könnten. In den nächsten Tagen starte die nächste Lieferung: Ziel sei das Kinderklinikum in Sumy. Die Lieferungen würden Kliniken helfen, Therapien fortzuführen, Notfälle zu behandeln und Patientinnen und Patienten zu versorgen, deren Behandlung sonst aus finanziellen oder logistischen Gründen gefährdet wäre.