| Melanie Höhn |
| 03.06.2026 14:55 Uhr |
Für Ärztinnen und Ärzte sei Nachhaltigkeit keine abstrakte Klimafrage, sondern eine Frage der Versorgungsqualität, erklärte Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer. Gute Medizin bedeute auch, Ressourcen verantwortungsvoll einzusetzen und Prävention zu stärken. »Die nachhaltigste Behandlung ist oft die, die durch gute Prävention gar nicht erst notwendig wird«, so Reinhardt.
Auch Arzneimittel, Medizinprodukte und Lieferketten würden zunehmend in den Fokus rücken. »Sie zählen zu den relevanten Emissions- und Ressourcentreibern im System«, sagte er. Damit Nachhaltigkeit systematisch berücksichtigt werden kann, fordert das Bündnis vergleichbare Standards, Planungssicherheit und einen klaren politischen Rahmen.
Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, ergänzte: »Wir haben ein gemeinsames Ziel und sind froh über die Kooperation und den Dialog.« Es brauche verlässliche Rahmenbedingungen, die Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit gleichermaßen ermöglichen, belastbare Daten, vergleichbare Standards und, wie in der EU geplant, gezielte Förderung, um wieder mehr in Europa zu entwickeln und zu produzieren.
Dorothea Baltruks, Leiterin des Centre for Planetary Health Policy, betonte, dass es bereits viele Initiativen und Aktivitäten für Nachhaltigkeitsbestrebungen im Gesundheitswesen gebe. »Doch diese bleiben Einzelbeispiele, die oft von individuellen Bemühungen abhängig sind, solange es an einer Gesamtstrategie fehlt. Unsere Nachbarländer zeigen: Es braucht eine gemeinsame Zielsetzung, koordiniertes Vorgehen und politische Unterstützung – den Anstoß dafür liefern wir mit diesem Eckpunktepapier.«