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Nebenwirkung der Krebstherapie
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Mundschleimhaut-Entzündung unbedingt vorbeugen

Nicht nur unter klassischer Chemo und Bestrahlung, sondern auch unter oraler Antitumortherapie kann es zu Schäden an der Mund- und Rachenschleimhaut kommen. Wichtig ist eine gute Vorbeugung dieser äußerst schmerzhaften Nebenwirkung. Was können Apothekenteams raten?
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 07.07.2022  13:00 Uhr

Gute Mund- und Zahnpflege ist das A und O

»Wenn die Stomatitis erst einmal manifest ist, laufen wir nur noch hinterher«, so Feth. Daher sei die Prävention so wichtig. Eine gute und vorsichtige Mund- und Zahnpflege sei dabei das A und O: Zähneputzen mit einer weichen Zahnbürste und milden Zahnpasta nach jeder Mahlzeit und vor dem Schlafen­gehen sowie eine vorsichtige Reinigung der Zahnzwischenräume. »Wenn bislang bei der Zahnzwischenraumreinigung nichts passiert ist, am besten genauso weitermachen«, riet Feth. Wer allerdings bislang sehr nachlässig mit Zahnseide und Interdentalbürsten war, sollte damit nicht vor einer Tumor­behandlung beginnen, da anfangs häufiger Mikrotraumata und Zahnfleischblutungen auftreten könnten.

Wichtig sei auch ein Zahnarztbesuch vor Therapiebeginn mit professioneller Zahnreinigung und Glätten von scharfen Zahnkanten. Falls nötig und möglich, sollten zahnärztliche Eingriffe vor Beginn der Krebstherapie erfolgen. Der Zahnarzt überprüft dabei auch Pro­thesen auf Druckstellen. Der Patient sollte täglich seine Mundschleimhaut inspizieren und bei Auffälligkeiten frühzeitig seinen Onkologen darauf ansprechen. Auch Zahnarztkontrollen sollten regelmäßig wahrgenommen werden.

Regelmäßig den Mund spülen

Zusätzlich werden Mundspülungen mit Wasser, isotonischer Kochsalz­lösung oder nicht zu lang gezogenem Salbeitee mindestens vier- bis sechsmal täglich für jeweils etwa eine Minute empfohlen. »Es gibt keine Evidenz für die regelmäßige Anwendung antiseptischer Lösungen und auch keine generelle Empfehlung für Corticoid-haltige Mundspüllösungen zur Prophylaxe«, erklärte Feth. Gerade nachts könnte man den Patienten zusätzlich ein Künst­liches-Speichel-Präparat wie Aldiamed®, Gelclair®, Caphosol®, Glandosane® oder Saliva Natura® empfehlen.

Neben dem Verzicht auf Rauchen und Alkohol gilt für das Essen: nicht zu scharf, heiß, sauer, trocken oder scharfkantig. »Gut ist alles, was gut rutscht«, so Feth. Patienten könnten beispielsweise auch mithilfe eines Strohhalms die Passage schmerzhafter Stellen überbrücken. Informationen und Tipps für Patienten enthalte das Informa­tionsblatt »Schleimhautentzündung bei Krebs: vorbeugen und lindern« des Krebsinformationsdiensts.

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