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Daten aus Frankreich
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mRNA-Impfung senkt mittelfristig das allgemeine Sterberisiko

In mehreren Studien wurden bereits die Auswirkungen einer Impfung mit mRNA-Impfstoffen zum Schutz vor schweren Covid-19-Verläufen auf die kurzfristige Mortalität untersucht. Es fehlten allerdings Studien, in denen die langfristige Mortalität auf Basis des Impfstatus verglichen wurde, insbesondere bei jungen Menschen, bei denen das Risiko einer schweren Erkrankung nach einer SARS-CoV-2-Infektion geringer ist. Eine solche Studie liegt jetzt vor – mit einem beruhigenden Ergebnis.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 10.12.2025  15:30 Uhr
mRNA-Impfung senkt mittelfristig das allgemeine Sterberisiko

In einer landesweiten französischen Kohortenstudie untersuchten Forschende Daten von insgesamt 28,7 Millionen Menschen, von denen 22,7 Millionen mit einem mRNA-Impfstoff zum Schutz vor schweren Covid-19-Verläufen geimpft waren, und 5,9 Millionen ungeimpft waren. Die Daten stammten aus der nahezu vollständigen Abdeckung des französischen National Health Data Systems (SNDS), das Krankenversicherungsdaten, Krankenhausdiagnosen, Impfregister sowie Sterberegister umfasst.

Die Ergebnisse dieser Arbeit publizierte das Team um Dr. Laura Semenzato von der EPI-PHARE Scientific Interest Group in Epidemiology of Health Products der French National Agency for the Safety of Medicines and Health Products and der French National Health Insurance in Saint Denis, Frankreich, nun auf der Wissenschaftsplattform »JAMA Network Open«.

In die Studie waren Personen im Alter zwischen 18 und 59 Jahre eingeschlossen, die entweder im Zeitraum Mai bis Oktober 2021, also in der Phase der Pandemie, in der in Frankreich breitflächig geimpft wurde, einen der beiden mRNA-Impfstoffe Comirnaty® (BNT162b2) von Biontech/Pfizer oder Spikevax® (mRNA-1273) von Moderna erhalten hatten, oder die ungeimpft waren. Die Ungeimpften erhielten künstlich ein Indexdatum, dessen Verteilung derjenigen der Geimpften entsprach. Diese Personen wurden dann über einen Zeitraum von bis zu vier Jahren beobachtet.

Um den »Immortal-Time-Bias«, die sogenannte Unsterblichkeitszeitverzerrung, zu vermeiden, begann der Follow-up erst sechs Monate nach dem Indexdatum. Eine solche Unsterblichkeitszeitverzerrung tritt in Kohortenstudien dann auf, wenn es einen Zeitraum gibt, in dem die Teilnehmer das interessierende Ergebnis nicht erleben können. Dies geschieht in der Regel, wenn Forschende die Teilnehmer auf der Grundlage von Informationen, die erst nach Beginn der Studie verfügbar sind, Behandlungs- oder Expositionsgruppen zuordnen.

Die Sterbefälle wurden danach über einen Median von 45 Monaten erfasst. Dabei zeigte sich zunächst, dass Geimpfte sich von Ungeimpften unter anderem durch ein geringeres Maß an sozialer Vereinsamung, ein höheres Alter und etwas höhere Raten bestimmter Komorbiditäten unterschieden. Diese Unterschiede wurden dann aber in der Auswertung der Analyse durch statistische Verfahren eliminiert.

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