Menschen, die nicht geimpft seien und sich erstmals mit Mpox infizierten, hätten eher einen schwereren Krankheitsverlauf. »Sie haben häufiger eine fieberhafte Erkrankung und oft Hautläsionen am ganzen Körper«, erklärte Ruscher. »Es sind nicht nur Bläschen, sondern juckende, zum Teil auch eitrige Pusteln. Die sind wirklich sehr schmerzhaft.«
Mpox ist eine Viruserkrankung und wird durch engen Körperkontakt übertragen, vor allem beim Sex. Ansteckungsgefahr besteht vor allem dann, wenn man in Kontakt mit den typischen Hautveränderungen (Bläschen oder Schorf) von Mpox-Infizierten kommt, die am ganzen Körper auftreten können. Kondome bieten daher keinen ausreichenden Schutz. Auch eine Tröpfcheninfektion ist möglich, also durch Speichel. Es gibt eine Impfung.
Im Jahr 2022 verbreitete sich die Krankheit besonders stark in Deutschland. Betroffen waren vor allem Männer, die Sex mit Männern und häufig wechselnde Sexualpartner haben. Für diese Gruppe gab es daraufhin eine gezielte Impfkampagne, die Impfbereitschaft war hoch.
Andere Personengruppen hingegen wüssten oft noch nicht einmal, dass es Mpox gebe, sagte Ruscher. Wenn sie sich infizierten und die Pusteln aufträten, brächten sie das erst mal nicht mit Mpox in Verbindung. »Sondern sie denken, sie haben vielleicht Rasierpickel, Mückenstiche oder Herpes, und gehen vielleicht nicht sofort zum Arzt.« Ein Patient sei zu vier verschiedenen Ärzten gegangen, bis er die richtige Diagnose erhalten habe.
Wie schätzt die Wissenschaftlerin die weitere Entwicklung ein? »Man muss mit weiteren Infektionen bei Frauen rechnen, aber es ist schwer, eine genaue Größenordnung zu nennen.«
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Mpox-Impfung unter anderem Männern, Transpersonen sowie nicht binären Personen, die Sex mit Männern haben und dabei häufig die Partner wechseln, Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern sowie Menschen, die Kontakt zu Infizierten haben. Die Impfung sei sehr effektiv und gut verträglich, so Jansen vom RKI. Wer sich trotz Impfung infiziere, habe meist einen deutlich leichteren Krankheitsverlauf.