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Phase-II-Studie

Monoklonaler Antikörper schützt vor Malaria-Infektion

Intervention vor Ort nicht einfach umsetzbar

In einem Editorial zu der Publikation begrüßt Dr. Umberto D'Alessandro von der Abteilung des Medical Research Council in Gambia an der London School of Hygiene and Tropical Medicine in Banjul, Gambia, den in dieser Studie erbrachten Machbarkeitsnachweis, dass monoklonale Antikörper gegen P. falciparum über einen Zeitraum von mehreren Monaten vor einer Infektion schützen können. Allerdings sieht er substanzielle Schwierigkeiten, diese Option praktisch umzusetzen.

Zum einen ist unklar, welche Kosten eine solche Prophylaxe verursachen wird. Zum anderen wird es nicht leicht sein, eine einzelne intravenöse Infusion von 100 ml über einen Zeitraum von 30 Minuten in den Endemiegebieten breitflächig zu verabreichen. Daher wäre nach seiner Einschätzung die Entwicklung einer subkutanen Formulierung wünschenswert.

Zudem ziele der monoklonale Antikörper CIS43LS auf das gleiche Parasitenstadium ab, gegen das sich auch die Malaria-Impfstoffe RTS,S/AS01 und R21/Matrix-M richten. Letztere zeigen durchaus vielversprechende Wirksamkeitsdaten, so der Experte. Allerdings deutet sich an, dass die anfängliche Lieferung von RTS,S/AS01 wahrscheinlich nicht ausreichen wird, um den Bedarf zu decken, sodass durchaus Bedarf an alternativen Interventionsmöglichkeiten bestehe.

So könne ein monoklonaler Antikörper wie CIS43LS, eventuell in Kombination mit medikamentösen Interventionen wie eine saisonaler Malaria-Chemoprävention, sehr willkommen sein, kommentiert D'Alessandro.

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