| Daniela Hüttemann |
| 03.06.2026 10:00 Uhr |
Patienten mit Herzinfarkt in der Vorgeschichte könnten von einer zusätzlichen Behandlung mit Colchicin profitieren. In einer Studie traten damit weniger nicht tödliche Schlaganfälle auf. / © Shutterstock/Dragana Gordic
Colchicin ist ein aus der Gichttherapie altbekannter Arzneistoff. Das Alkaloid ist seit einiger Zeit auch zugelassen zur Prophylaxe von ischämischen kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten mit atherosklerotischer koronarer Herzerkrankung und vor Kurzem stattgefundenem Myokardinfarkt zusätzlich zu Standardtherapien. Mit Colxi® 0,5 mg von Apontis Pharma kam im März ein entsprechendes Präparat auf den Markt.
Das IQWiG hat nun seine Nutzenbewertung für die oben genannte Indikation abgeschlossen. Es geht um den Zusatznutzen von Colchicin zusätzlich zu einer optimierten Standardtherapie im Vergleich mit einer optimierten Standardtherapie allein.
Basis der Bewertung war die placebokontrollierte COLCOT-Studie mit 4745 Patientinnen und Patienten. Zwar sei davon auszugehen, dass hier die Begleitbehandlung bei einem relevanten Anteil nicht adäquat gewesen ist. Auch Nebenwirkungen konnten nicht vollständig beurteilt werden. Bei der Gesamtmortalität zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied, ebensowenig bei schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen, wohl aber für die Teilkomponente nicht tödlicher Schlaganfall.
Insgesamt kommt das IQWiG zu dem Schluss, dass es einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen im Vergleich zur optimierten Standardbehandlung gibt.