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Arzneimittelmarkt
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Mit Algorithmen Lieferengpässe vorhersehen

Mit eigens entwickelten Algorithmen will das Münchener Start-up Qyobo den globalen Markt für pharmazeutische Wirkstoffe und Chemikalien transparenter machen. So sollen auch potenzielle Lieferengpässe früher erkannt werden. 
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 02.06.2023  10:00 Uhr

Lieferschwierigkeiten bei pharmazeutischen Wirkstoffen und der Zusammenbruch von Lieferketten haben seit der Corona-Pandemie zu enormen Lieferengpässen geführt – inzwischen wurde das Problem auch von der Politik erkannt, denn der erste Entwurf für ein Lieferengpass-Gesetz wurde erst kürzlich im Bundestag beraten. Das Start-up Qyobo möchte dieses Problem jedoch analytisch angehen und bündelt mit einer Software weltweite Informationen zu pharmazeutischen Wirkstoffen und Chemikalien.

Wie entwickelt sich der Markt eines Wirkstoffs?

Nach eigenen Angaben entwickelt das Unternehmen »leistungsstarke Software, die die Fülle an Informationen, die über die ganze Welt verstreut sind, in umsetzbare Erkenntnisse umwandelt«. Das heißt: Die Kunden des Unternehmens sind Chemie- und Pharmafirmen, die durch die Analysen des 2019 gegründeten Start-ups Erkenntnisse darüber bekommen sollen, wie sich der Markt eines bestimmten Wirkstoffs entwickelt und wer diesen in welcher Qualität und in welcher Menge liefern kann.

Die eigens entwickelten Algorithmen des Qyobo-Teams analysieren dazu weltweite Daten und Informationen über Preise und Markttrends. Beispielsweise werden die Daten zur Zulassung von Wirkstoffen nur in den jeweiligen Landessprachen erfasst – die Software bündelt diese Informationsflut und leitet Erkenntnisse für die jeweiligen Nutzer der Software ab. Zudem entwickelt das Unternehmen neue Funktionen, damit ihre Kundinnen und Kunden die Lieferketten analysieren und potenzielle Lieferengpässe eher voraussehen können. 

Markteinblicke auf einer Plattform

Darüber hinaus versteht sich Qyobo als eine Art neuartiger Marktplatz, der zeigen soll, welche Unternehmen aktiv kaufen und verkaufen. So sollen die Pharmafirmen neue Lieferanten oder Kunden entdecken und es wird unter anderem ein Überblick über Zulassungsanträge gegeben. Das sogenannte »Process Excellence-Tool« kombiniert Markteinblicke mit den jeweiligen internen Daten des Pharmaunternehmens auf einer Plattform.

Die Gründer des Start-ups sind die Physiker Markus Felgenhauer und Eric Parzinger und der Elektro- und Informationstechniker Julian Ruß. Parzinger und Ruß sind erfahrene Entwickler und mit ihren Teams für die Datenaufbereitung sowie die Weiterentwicklung der Qyobo-Plattform zuständig. Felgenhauers Bereich sind ergänzend strategische und geschäftliche Themen.

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