Als Mittel der Wahl bezeichnete Jacobi derzeit die tägliche Lidrandpflege mit teebaumölhaltigen Präparaten (wie Blephademodex®, Naviblef®) in Form von Schaum, Gel oder Einmaltüchern. »Enthaltenes Terpinen-4-ol wirkt auf die Milben toxisch«, erklärte sie. Topisch appliziertes Ivermectin oder Metronidazol zeigten zwar auch Wirkung, zählten aber zu den Off-label-Therapien.
Die teebaumölhaltigen Zubereitungen werden auf ein Tuch oder ein Wattestäbchen aufgetragen, damit fährt man vorsichtig am Lidrand beziehungsweise am Wimpernansatz entlang. »Dabei die schuppigen Ablagerungen entfernen und den Wirkstoff nicht abspülen«, beschrieb die Referentin das richtige Vorgehen. Anschließend sollten die Lidränder sanft mit einem Wattetupfer oder sauberen Fingern massiert werden.
Die konsequente Lidrandpflege sei essenziell für den Erfolg der Therapie. »Entscheidend ist die ausreichend lange Behandlung von mindestens vier bis sechs Wochen. Nur so kann der Lebenszyklus der Milben, der 21 Tage beträgt, lückenlos erfasst werden«, betonte Jacobi. Von der Verwendung von reinem, unverdünntem Teebaumöl ist abzusehen – es drohen Augenreizungen. Bezüglich Verträglichkeit und Standardisierung seien teebaumölhaltige Präparate freilich laut der Referentin kontrovers zu sehen.
In Zukunft könnte auch eine erste antiparasitäre Augentropfentherapie mit Lotilaner auf den Markt kommen. Das Präparat wurde vor Kurzem in den USA unter dem Handelsnamen Xdemvy™ zugelassen. Lotilaner hemmt gezielt GABA-chloridabhängige Ionenkanäle der Demodex-Milbe und unterbricht damit deren Lebenszyklus. »Studien zeigen eine deutliche Reduktion von Kollaretten und Milbendichte bei sehr guter Verträglichkeit.