Nur moderat ist die Evidenz dagegen für den Vergleich mit der Yuzpe-Methode. Hier verfügten die Autoren über deutlich weniger Daten, daher unterliegen die Ergebnisse mehr Unsicherheiten als beim Vergleich mit Levonorgestrel. Mifepriston schnitt auch hier deutlich besser ab und verringerte das Risiko einer Schwangerschaft deutlich. Gleichzeitig traten Nebenwirkungen unter Mifepriston seltener auf.
Für die Kupfer-Intrauterinpessare fehlten den Forschenden Daten, um verlässliche Aussagen über die relative Wirksamkeit treffen zu können. Auch ein Vergleich mit Ulipristalacetat fehlt in den Unterlagen. Hierzu lassen sich keine Aussagen treffen.
Mitteldosiertes Mifepriston verhinderte etwas mehr Schwangerschaften als niedrig dosiertes. Dafür ging es mit etwas mehr Nebenwirkungen einher und verlängerte auch die blutungsfreie Phase des Zyklus im Vergleich zu dem niedrig dosierten Mifepriston. Anwenderinnen könnten dies als Therapieversagen und eine beginnende Schwangerschaft interpretieren, was zu Stress und Ängsten führen kann. Gleichzeitig treten Übelkeit und Erbrechen seltener auf als bei Levonorgestrel oder der Yuzpe-Methode.
»Als Anti-Gestagen wirkt es anders als andere auf Steroidhormonen basierende Methoden wie Levonorgestrel und kombinierte Estrogen-Gestagen-Pillen«, so Ramanadhan. Dieser unterschiedliche Wirkmechanismus sei mit ein Grund dafür, dass Mifepriston auch ein anderes Nebenwirkungsprofil aufweise.
»Die Erweiterung der Möglichkeiten zur Notfallverhütung ist wichtig«, sagt Ramanadhan. In einigen Ländern könne das den Zugang erweitern, die Vertrautheit mit dem Medikament erhöhen und Möglichkeiten schaffen, von denen Menschen profitieren können. In Deutschland ist Mifepriston nur in den Dosierungen 200 und 600 mg (Mifegyne®) auf dem Markt.