Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Arzt-Apotheker-Tandem
-
Mehr Sicherheit bei psychiatrischer Medikation

Absetzphänomene, QT-Zeit-Verlängerung und Blutungsrisiko: Wie hoch das Risiko von Nebenwirkungen einer psychiatrischen Medikation ist, muss für jeden Patienten individuell bewertet werden. Zudem kommt es darauf an, ob dieser Symptome einer Nebenwirkung erkennen und angemessen darauf reagieren kann.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 03.06.2025  07:00 Uhr

Vertragen sich SSRI und NSAR?

Stichwort Blutungsrisiko: Dürfen Patienten unter SSRI-Therapie nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) oder ASS einnehmen? Hier gebe es »kein klares Ja oder Nein«, sondern eher ein »Es kommt darauf an«, antwortete Reißner. Nämlich auf das Blutungsrisiko der eingesetzten Wirkstoffe, auf mögliche Risikofaktoren und Maßnahmen zur Senkung der Blutungsgefahr.

Für Reiff ist es wichtig, das Blutungsrisiko vor allem bei älteren, eventuell dementen Personen, bei Blutungsereignissen in der Vorgeschichte oder schweren Grunderkrankungen sehr genau zu beachten. »Bei jüngeren gesunden Personen ist es nicht vorrangig.«

Die Expertinnen empfahlen, ein Antidepressivum mit geringem Blutungsrisiko zu wählen und möglichst das Analgetikum zu wechseln, wobei die Auswahl bekanntlich begrenzt ist (Paracetamol, Metamizol, Opioide). Die zeitlich begrenzte Gabe eines PPI könne sinnvoll sein. Sehr wichtig seien die Patientenaufklärung zu Risikofaktoren und Symptomen. Reißner: »Für die Apotheke ist es immer eine Frage, ob der Patient das Ausmaß einer Nebenwirkung erkennen und darauf reagieren kann und ob er gute Unterstützung hat.«

Mehr von Avoxa