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E-Rezept-Pannen
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Mehr Monitoring, weniger Ausfälle?

Nach dem jüngsten E-Rezept-Ausfall verspricht die Gematik mehr Stabilität für die Telematikinfrastruktur. Angesichts wiederkehrender Ausfälle wächst bei den Apotheken die Ungeduld. Wie sie sich krisenfester aufstellen können, ist aber weiter unklar.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 05.10.2026  16:20 Uhr

Wer haftet für TI-Ausfälle?

Bei den Apotheken steigt indes die Ungeduld; zu regelmäßig fallen die Systeme nach wie vor aus, zu häufig müssen Apothekenteams die Versicherten ohne eingelöstes Rezept wegschicken, zu oft müssen sie auch dadurch Umsatzeinbußen hinnehmen.

Wer in solchen Fällen haftet, war daher auch Thema beim zurückliegenden Apothekertag in München. In einem Antrag forderte der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) die Möglichkeit von Schadenersatz bei TI-Ausfällen. Über die Feststellung, dass Handlungsbedarf bestehe, gelangte die Diskussion allerdings nicht hinaus. Es scheitere schon am Adressaten, so Kritiker. Häufig lasse sich weder eindeutig feststellen, an welcher Stelle der Telematikinfrastruktur ein Fehler entstanden sei, noch der konkrete finanzielle Schaden einer Apotheke exakt beziffern. Auch ein konkreter Anspruchsgegner sei in dem komplexen Gefüge schwer zu ermitteln.

Als ein Ansatz wurde ein Entschädigungsfonds vorgeschlagen, in den Anbieter wichtiger TI-Dienstleistungen einzahlen. Betroffene Apotheken könnten bei Ausfällen daraus pauschal entschädigt werden, ohne die genaue Ursache oder den Verursacher der Störung nachweisen zu müssen. Über die Finanzierung eines solchen Fonds besteht jedoch noch Klärungsbedarf. Der Antrag wurde daher in den Ausschuss überwiesen; eine Lösung der Haftungsfrage steht weiterhin aus.

Back-up rosa Rezept?

Auch die Bedeutung des Muster-16-Rezepts kommt in der Diskussion zum Tragen. Offenbar waren zahlreiche Praxen während der TI-Störung auf Papierrezepte ausgewichen, um den digitalen Ausfall zu überbrücken. Das rosa Rezept als Back-up ist ein gewichtiges Argument derer, die die verpflichtende E-Rezept-Nutzung samt Verbot von Papierrezepten skeptisch sehen. Die andere Seite der Medaille ist, dass nur durch konsequente E-Rezept-Nutzung der wachsenden Zahl an Rezeptfälschungen ein Riegel vorgeschoben werden kann. Lösungen stehen noch aus.

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