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Personalnot
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Mehr Ausbildung, mehr Wertschätzung

Die Personalnot ist in nahezu jeder Apotheke präsent – es fehlt an Nachwuchs. Dabei ist der Apothekerberuf anspruchsvoll, vielseitig und spannend. »Ich würde wieder Pharmazie studieren«, lautete die einhellige Meinung bei einer Diskussionsrunde beim Thüringer Apothekertag.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 22.04.2024  15:06 Uhr

Die Zahl der öffentlichen Apotheken sowie der Krankenhaus- und krankenhausversorgenden Apotheken geht seit Jahren zurück. Allein im letzten Jahr schlossen in Deutschland rund 500 öffentliche Apotheken – annähernd so viele, wie es in ganz Thüringen gibt. Das liegt an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und oft auch an fehlendem Personal und Nachfolgern für die Apothekenleitung. Wo liegen die wichtigsten Gründe für die Personalnot und welche Lösungsansätze gibt es, fragte die Moderatorin Laura Rudolph, Apothekerin und Redakteurin der Pharmazeutischen Zeitung, bei einer Podiumsdiskussion am 19. April im Erfurter Krämerloft. Der Apothekertag wurde online übertragen.

»Wir bilden einfach zu wenige Apotheker aus«, brachte es Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen (LAKT), auf den Punkt. »Wir haben genügend Bewerber für das Pharmaziestudium in Jena, aber zu wenige Studienplätze, um den Bedarf zu decken. Es ist ein politisch verursachter Mangel.« Zwar seien heute rechnerisch mehr Approbierte pro Apotheke tätig, aber die Aufgaben seien enorm gewachsen und viele arbeiteten in Teilzeit. Und auch in anderen Berufsfeldern würden Apotheker gesucht. »Keiner ist arbeitslos.« 

Neidel wies auf eine Besonderheit in den neuen Bundesländern hin: Die Pharmazieingenieure mit Vertretungsbefugnis kommen zunehmend ins Rentenalter und müssen durch Approbierte ersetzt werden. Darauf mache die LAKT seit mehr als zehn Jahren aufmerksam, werde aber von der Politik abgebügelt. »Es muss endlich was passieren, damit die Qualität der Arzneimittelversorgung nicht leidet.«

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