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Digitalisierung
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Mehr als 10 Millionen eingelöste E-Rezepte

Ab 1. Januar 2024 wird das E-Rezept Pflicht. Das sieht der Entwurf des »Gesetzes zur Digitalisierung des Gesundheitswesens« (Digital-Gesetz) vor. Am Wochenende wurde die 10-Millionen-Marke geknackt.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 04.12.2023  18:00 Uhr

Das Tempo beim Thema E-Rezept zieht an. Erst Ende November wurde die Grenze von 9 Millionen eingelösten E-Rezepten überschritten, schon ein paar Tage später zeigte das Gematik-Dashboard die magische Marke von 10 Millionen an. »Ein großer Meilenstein«, sagte Ralf König von den E-Rezept-Enthusiasten in den sozialen Medien, »denn erstmals schafften wir innerhalb einer Woche eine Million E-Rezepte«. Er zeigte sich optimistisch: »Bald werden 10 Prozent aller Rezepte E-Rezepte sein«.

Aktuell liegt die Zahl der eingelösten E-Rezepte laut TI-Dashboard bei 10.276.962. Laut einer Bitcom-Umfrage will jeder zweite Befragte das E-Rezept mit der Gesundheitskarte einlösen, 22 Prozent wollen das Smartphone verwenden. Nach Informationen der Gematik auf PZ-Nachfrage wird das E-Rezept mittlerweile mehrheitlich über die EGK genutzt, gefolgt vom Ausdruck. Die App-Nutzungen seien vergleichsweise noch gering. »Aus datenschutzrechtlichen Gründen erheben wir hier allerdings keine feingranularen Daten dazu«, teilte ein Sprecher mit.

»Tag des E-Rezepts« sollte Tempo erhöhen

Im Jahr 2022 und noch Anfang des Jahres ging die Ausstellung und Einlösung von E-Rezepten nur schleppend voran. Im Oktober 2022 wurden 500.000 E-Rezepte eingelöst, erst im Januar 2023 wurde die 1-Millionen-Marke geknackt. Ende August war dann die 3-Millionen-Grenze überschritten. Damit das Thema an Tempo zulegt, hatte die Gematik am 10. Oktober den »Tag des E-Rezepts« ausgerufen – alle Praxen sollten ausschließlich digitale Verordnungen ausstellen. Zwar sprach die Gematik damals davon, dass am Aktionstag mehr als 110.000 E-Rezepte ausgestellt wurden und das E-Rezept damit langsam an Fahrt aufnehme, dennoch hatte die Gesellschaft damals noch mehr Tempo gefordert. An den drei Folgetagen wurden jeweils rund 80.000 E-Rezepte eingelöst, ein spürbarer Anstieg im Vergleich zur Vorwoche. Ende Oktober sind in deutschen Apotheken mehr als 5 Millionen E-Rezepte eingelöst worden. 

Reibungslos funktioniert die neue Technik nicht, im Apothekenalltag tauchen immer wieder Fragen zum E-Rezept auf. Einige Antworten dazu liefert der Deutsche Apothekerverband (DAV) in einem FAQ-Dokument. Den Apotheken macht besonders eine besorgniserregend hohe Fehlerquote bei den E-Rezepten im Vergleich zum Papierrezept zu schaffen. Bei 0,4 bis 1,2 Prozent der E-Rezepte gebe es laut den Rechenzentren Fehler. Häufig liege es an der Signatur.

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