Trychophyton tonsurans auf dem Vormarsch |
| 18.12.2000 00:00 Uhr |
Mit Blick auf Massensport und Fitnessbewegung sind Dermatomykosen heute auf dem besten Weg, eine Modekrankheit zu werden. Die Pilze können durch Körperkontakt und kontaminierte Sportgeräte übertragen werden. Neben Arten wie Trichophyton mentagrophytes und Trichophyton rubrum breitet sich seit einiger Zeit in Deutschland wieder Trichophyton tonsurans aus.
Der Pilz zeigt sich als rotumrandete Hautläsion und kann alle Hautbereiche, auch die Kopfhaut befallen. Nach Untersuchungen des Pilzforschers Professor Dr. Hans Rieth galt er seit Mitte der siebziger Jahre in Deutschland als ausgestorben. Nur in den USA verursachte der Pilz noch größere Epidemien unter Sportlern. Vermutlich wurde er von dort durch Mitglieder der Ringer-Bundesliga als Wettkampfsouvenir nach Deutschland eingeschleppt. Die ersten Fälle traten 1993 in Berlin auf.
Heute spiele Trichophyton tonsurans wieder eine so große epidemiologische Rolle, dass der Erreger in diesem Jahr mit in das Prüfprogramm der Hautärzte aufgenommen worden sei, berichtete Professor Dr. Hans-Jürgen Tietz von der Dermatologischen Klinik der Charité während eines Pressegesprächs in Berlin. Dabei werden Hautärzten zur "externen Qualitätssicherung" jeweils vier verschiedene Krankheitserreger zur Identifizierung zugeschickt.
Trichophyton tonsurans wird besonders durch engen Hautkontakt und infizierte Geräte wie Sportmatten übertragen. Gute Bedingungen findet der Pilz in vielen Bereichen, im Wettkampfsport, im Schulsport und in Fitness-Studios. Für die Bekämpfung gibt es nach Auskunft von Tietz zwei Möglichkeiten: regelmäßige, gründliche Desinfektion der Sportgeräte, möglichst frühzeitige und konsequente Behandlung der Hautläsionen.
Rein topische Behandlungen führten meistens rasch zum Erfolg. Wichtig sei die Wahl
eines wirksamen Antimykotikums (zum Beispiel Ciclopirox®) bevorzugt als Gel oder Creme.
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