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Cyber-Sicherheit

Mängel bei Ärzten und Apotheken

Ärzte und Apotheken in Deutschland unternehmen nach einer Studie der Versicherungswirtschaft nicht genug zu Schutz von sensiblen Patientendaten. So seien Mitarbeiter in den Arztpraxen nachlässig beim Passwortschutz: Neun von zehn Ärzten verwenden leicht zu erratende Passwörter wie »Behandlung« oder den Namen des Arztes, wie eine Untersuchung zur IT-Sicherheit im Gesundheitssektor im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergab.
dpa
PZ
08.04.2019
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In jeder zehnten Arztpraxis (9 Prozent) und 60 Prozent der Kliniken würden E-Mail- und Passwort-Kombinationen verwendet, die auch von Kriminellen im Darknet angeboten werden. Die Untersuchung stellte dabei gleichzeitig fest, dass Ärzte und Apotheker die Cyberrisiken unterschätzen. In einer bundesweiten Stichprobe von 25 Arztpraxen jedenfalls wurden der Studie zufolge »erhebliche Schwächen bei der organisatorischen Sicherheit« entdeckt. »Von außen sind die untersuchten Praxen in der Regel gut abgesichert, doch bei Passwörtern schludern fast alle Ärzte«, erklärte Michael Wiesner, Experte für Computersicherheit und Mitglied des Chaos Computer Clubs, der die Praxis-IT im Auftrag des GDV testete.

Gefährdet ist der Gesundheitssektor auch bei sogenannten Phishing-Attacken: Im Rahmen des Tests öffneten in jeder zweiten Praxis Mitarbeiter eine potenziell schadhafte Mail, 20 Prozent klickten sogar auf einen Link oder öffneten den Anhang. Auf die für den digitalen Transport von Patientendaten eigentlich notwendige Verschlüsselung seien viele Praxen gar nicht vorbereitet. So gut wie keine Praxis oder Apotheke ist bei der Mail-Verschlüsselung auf dem neuesten Stand der Technik. Von knapp 1.200 untersuchten niedergelassenen Ärzten seien nur fünf (0,4 Prozent) auf dem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfohlenen Stand der Technik. Alle anderen hätten eine Verschlüsselung des Mail-Verkehrs auch mit veralteten und unsicheren Standards zugelassen. Wird eine solche Mail zwischen Sender und Empfänger abgefangen, könnte sie von Fremden gelesen werden. Bei den Kliniken verwendeten immerhin 5 Prozent den aktuellen BSI-Standard.

Ohne Computer geht fast nichts mehr

Zwar ist den meisten niedergelassenen Ärzten und Apothekern bewusst, wie sehr ihre Arbeit mittlerweile von funktionierenden Computersystemen abhängt. Doch das Risiko, selbst einmal Opfer eines Cyberangriffs zu werden, verdrängen viele. Nicht mal ein Viertel der Ärzte hält das eigene Risiko, Opfer eines Hackerangriffs zu werden, für eher, beziehungsweise für sehr hoch. Unter Apothekern ist das Problembewusstsein mit 17 Prozent noch weniger ausgeprägt. 81 Prozent der Apotheker vertrauen in den eigenen Schutz. So planen auch nur rund 25 Prozent der befragten Apotheker auf jeden Fall in den nächsten zwei Jahren in Schutzmaßnahmen gegen Cyberkriminalität zu investierten.  Doch der materielle und immaterielle Schaden durch einen Cyberangriff, eine damit einhergehende Betriebsunterbrechung, Schadenersatz bei Datenmissbrauch, Imageschaden, Vertrauenskrise, Kunden- bzw. Patientenverlust sowie ein Umsatzrückgang kann laut GDV schnell ein vielfaches der Investitionskosten von Cyber-Sicherheitssystemen betragen.

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