| Brigitte M. Gensthaler |
| 28.07.2026 10:30 Uhr |
Ein Gallenstau kann so heftigen Juckreiz auslösen, dass die Patienten nicht mehr ruhig schlafen können. Kratzen lindert die Qual nicht. / © Getty Images/Kiwis
Die primär biliäre Cholangitis (PBC) ist eine seltene chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung der Leber, die zu einer fortschreitenden Schädigung der intrahepatischen Gallengänge führt. Es kommt zum Gallenstau (Cholestase), zur Schädigung des umliegenden Gewebes, vor allem von Leberzellen, und zum Anstieg von Gallensäuren und Bilirubin im Blut. Im Endstadium drohen Leberzirrhose und -karzinom, Organversagen und Tod. Die PBC löst viele extrahepatische Symptome aus; besonders belastend sind Juckreiz und Fatigue. Schlaflosigkeit und Müdigkeit schränken die Lebensqualität der Patienten zusätzlich ein.
Selektive Inhibitoren des Gallensäuretransporters IBAT (Ileal Bile Acid Transporter) im Darm können die Rückresorption von Gallensäuren verhindern. Mit Odevixibat (Bylvay®) und Maralixibat (Livmarli®) – beide zur Behandlung der progressiven familiären intrahepatischen Cholestase; Maralixibat auch beim Alagille-Syndrom – sind bereits zwei IBAT-Inhibitoren zugelassen. Linerixibat könnte Nummer 3 werden.
In der randomisierten doppelblinden Phase-III-Studie GLISTEN (Abstract OP-007 im United European Gastroenterology Journal) erhielten 238 Patienten (95 Prozent Frauen) mit PBC 24 Wochen lang entweder orales Linerixibat 40 mg oder Placebo. Sie stuften ihren Juckreiz auf einer numerischen Skala mit maximal zehn Punkten im Schnitt mit 7,34 ein. Bei 52 Prozent lag die alkalische Phosphatase über dem 1,67-Fachen der Obergrenze des Normalwerts, was einen deutlichen Gallenstau anzeigt.
Primärer Endpunkt der Studie war die Veränderung des Pruritus über 24 Wochen. Der Juckreiz wurde durch Linerixibat deutlich stärker gelindert als durch Placebo (Rückgang um 2,86 Punkte gegenüber 2,15 Punkten). Diese Differenz war hoch signifikant. Das Verum war bereits in Woche zwei signifikant überlegen (Linderung um 1,78 versus 1,07 Punkte). Linerixibat besserte zudem die juckreizassoziierten Schlafstörungen über 24 Wochen signifikant besser.
Die Nebenwirkungen, unter denen Patienten unter Linerixibat häufiger litten als unter Placebo, waren vor allem gastrointestinaler Art, zum Beispiel Durchfälle bei 61 versus 18 Prozent und Bauchschmerzen bei 18 versus 3 Prozent der Patienten. Insgesamt 4 Prozent brachen die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab.