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Situationsgerecht Führen

Leiten in turbulenten Zeiten

Wie effizient ein Team zusammenarbeitet, hängt stark von der Führung ab. Das wird vor allem bei Änderungen wie Mitarbeiterwechseln offensichtlich. Welcher Führungsstil wann angemessen ist, berichtete Kirsten Lennecke beim PZ-Managementkongress auf Mallorca.
Christina Hohmann-Jeddi
04.04.2019
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»Führen heißt verantwortlich leiten, nicht nur den Betrieb, sondern vor allem auch die Mitarbeiter«, berichtete Lennecke, die selbst Apothekerin, Autorin und Coach ist. Entsprechend hat der Begriff viele Facetten. Apothekenleiter regeln als »Manager« nicht nur die vertraglichen Aspekte wie Gehalt und Arbeitszeiten und stellen als »«Leiter« die Räumlichkeiten und Ausstattung zur Verfügung. Sondern sie führen auch als »Guide« die Mitarbeiter, leiten sie an, motivieren sie und delegieren Aufgaben. Leiter wirken aber auch als eine Art Oberhaupt, indem sie die Ausrichtung der Apotheke festlegen und sollten zudem Vorbild sein und den Mitarbeitern vorleben, wie man die Apotheke nach außen dargestellt haben möchte. Dabei sollte der Leiter authentisch und ehrlich sein. »Das Team spürt, wenn man selber Spaß an der Arbeit hat, und das hat Auswirkungen«, so Lennecke.

Führung ist vor allem in Zeiten von Turbulenzen und Umstellung gefragt, etwa bei Einführung von neuen Mitarbeitern oder noch stärker bei Übernahme eines Betriebs durch einen neuen Chef. »Das beeinflusst das gesamte Team.« Diese Veränderung läuft normalerweise in vier Phasen ab, berichtete die Pharmazeutin. In der ersten Kennenlernphase beobachten sich die einzelnen Beteiligten und versuchten sich einzuschätzen. In dieser Zeit zeigten die Einzelnen typischerweise ihre Schokoladenseite und gingen sehr höflich und vorsichtig miteinander um, berichtete Lennecke. Dieses Verhalten ist in der zweiten Phase, in der die Rangordnung ausgekämpft wird, schnell vorbei. Dann kommen die einzelnen Teammitglieder aus ihrer Deckung und versuchen, ihre eigenen Ziele durchzusetzen, was zu Machtkämpfen führt. Hier sollte die Führungskraft auch Herausforderungen parieren und möglicherweise Mitarbeiter in ihre Schranken verweisen.

Steht die Rangordnung wieder, kann das Team sich auf neue Regeln, gemeinsame Ziele und Normen einigen. Nach dieser dritten Phase ist in der vierten dann effektives Arbeiten möglich. »In dieser Phase kann man viel erreichen.« Dabei sollte der Führungsstil des Leiters, den jeweiligen Situationen angepasst werden. Insgesamt gelte es beim Führungsstil, sowohl die Mitarbeiterbedürfnisse als auch die zu lösenden Aufgaben im Blick zu behalten. Zu starke Sachorientierung würde als autoritär empfunden, zu starke Mitarbeiterorientierung wirke sich auf die Effizienz eines Teams auch nicht gut aus. Der gewünschte integrative Stil berücksichtige hingegen beides.

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