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DAT-Diskussion

Lauterbach steht Rede und Antwort

Kompensation über Hochpreiser?

Bei den Apotheken hat der Minister dabei nach eigenen Angaben die Hochpreiser im Sinn. Das gesamte Arzneimittel-Preisvolumen, das über die Apotheken abgegeben würde, wachse und damit könne man auch von einer stabilen oder auch wachsenden Einnahmebasis sprechen. Diese Einschätzung stieß auf Apothekenseite auf Unverständnis. Hannes Müller, Vorstandsmitglied der Bundesapothekerkammer (BAK), rechnete dem Minister hier eine Fehleinschätzung vor. Seit 2019 bis 2021 sei das Teilergebnis der GKV trotz gleichbleibendem Fixhonorar der Apotheken um 5000 Euro gesunken von 84.000 auf 79.000 Euro, obwohl auch in diesen Jahren der Packungspreis im Schnitt und die Hochpreiser massiv zugenommen hätten (Quelle: ABDA-Zahlen-Daten-Fakten). Fazit: Durch wegfallende Packungen sei deutlich mehr Effekt zu spüren als durch ein paar Hochpreiser, die noch teurer würden. Lauterbach entgegnete, ihm lägen im Ministerium andere Zahlen als Grundlage für seine Berechnungen vor, versprach aber, diese Kompensationsmöglichkeit noch einmal zu prüfen.

Kooperation mit Gesundheitskiosken

Grundsätzlich will der Minister nach eigenen Angaben künftig die Rolle der Apotheke als pharmazeutischen und auch medizinischen Dienstleister stärken. Deshalb könne er sich auch gut vorstellen, dass die Apotheken mit den bundesweit geplanten 1000 Gesundheitskiosken verstärkt kooperieren. Damit entgegnete er auf eine Frage von Kerstin Kemmritz, Präsidentin der Apothekerkammer Berlin. Sie wollte einerseits wissen, warum statt in Gesundheitskioske in städtischen Problemgebieten nicht zuerst in die Services der dort ebenfalls ansässigen Apotheken investiert würde. Zudem wundere es sie, dass die Apotheken bislang nicht in die Planung der Gesundheitskioske einbezogen wurden.

Lauterbach betonte, die Kioske würden auf jeden Fall kommen. Sie wären keine Maßnahme gegen die Apotheken, sondern verkörperten eine Struktur, die an die Apotheken andocken könnten. Die Kioske böten vieles an, was man in den Brennpunktgebieten bündeln müsse, weil es dort zu wenig Kliniken, Ärzte und auch Apotheken gebe. Lokale Kooperationen mit den Apotheken habe er jüngst selbst angeregt.

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