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Paxlovid
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Lauterbach schließt weiteres Dispensierrecht für Ärzte aus

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat einer Ausweitung des ärztlichen Dispensierrechts eine Absage erteilt. Das berichtet die ABDA aus einem Gespräch mit dem Minister vor wenigen Tagen.
AutorKontaktPZ
Datum 17.04.2023  16:00 Uhr

Eine Allgemeinverfügung aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hatte es den Ärzten während der Corona-Zeit ermöglicht, das Covid-19-Medikament Paxlovid™ direkt an den Patienten abzugeben.  Die Verfügung gilt noch bis Ende Dezember 2023 und läuft dann automatisch aus. Die ABDA hatte seinerzeit stark kritisiert, den bewährten Weg der Abgabe zu verlassen.

Nun hat Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) einer Ausweitung des ärztlichen Dispensierrechts aber eine Absage erteilt, wie die ABDA am heutigen Montag mitteilte. ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening, der Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK), Thomas Benkert, sowie der kommissarische Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV), Hans-Peter Hubmann, führten am vergangenen Freitag ein Gespräch mit Lauterbach. In diesem Rahmen hatte der Minister nach Angaben der Standesvertretung zugesichert, dass es künftig keine weiteren Dispensierideen seitens des BMG mehr geben werde. Overwiening begrüßte die klare Ansage: »Das Dispensieren von Paxlovid gehört nicht in ärztliche Hand. Dass es dafür nun keine Vergütung mehr gibt, ist nur folgerichtig.« Lauterbach wolle die Möglichkeit des Dispensierens von Paxlovid aber »aus Sicherheitsgründen« noch bis Ende des Jahres beibehalten, berichtete sie. Allerdings habe er auch deutlich gemacht, dass die Arzneimittelversorgung in Deutschland grundsätzlich in die Hände der Apothekerinnen und Apotheker gehöre. 

Zum Hintergrund: Vor Ostern war die SARS-CoV-2-Arzneimittel-Versorgungsverordnung ausgelaufen. In ihr enthalten war eine Regelung, nach der Ärzte für das Dispensieren des Covid-19-Therapeutikums Paxlovid eine Vergütung abrechnen dürfen. Das Dispensierrecht als solches bleibt aber bis zum Jahresende erhalten. Die PZ hatte bereits darüber berichtet.

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