Ruhige Kugel schieben: Boule ist kein Sport, der einen richtig ins Schwitzen bringt. Die Gesundheit profitiert dennoch, sagt ein Sportmediziner. / © Adobe Stock/Iakov Filimonov
In gefühlt jeder Stadt gibt es mindestens einen Ort, an dem sich Freunde und Freundinnen des Boules treffen, um sich dem Spiel mit den Metallkugeln zu widmen. Das Ziel: die eigenen Kugeln möglichst nah am »Schweinchen« zu platzieren.
Das macht Spaß, aber tut dieser entspannte Sport auch etwas für die Gesundheit? Ja, davon ist Sportmediziner Professor Dr. Sven Ostermeier überzeugt und er zählt auf: »Gefördert werden unter anderem Konzentration und Hand-Auge-Koordination, Feinmotorik und Lebensfreude.« Letztere entsteht vor allem dadurch, dass man bei der Freizeitaktivität gesellige Stunden mit anderen Menschen verbringt. Ein guter Schutz vor Einsamkeit.
Dazu kommt, dass sich beim Boule verschiedene moderate Bewegungen abwechseln – werfen, aufheben, gehen. Das ist ein sanftes Training für die Rumpfmuskulatur sowie verschiedene Gelenke und Muskeln. Damit eignet sich der Sport auch im Alter und für Menschen mit Gelenkbeschwerden gut, so der Orthopäde von der Gelenkklinik Gundelfingen.
Doch die vielen Wurfbewegungen können Schultergelenke und Ellenbogen auch belasten. »Deshalb bitte stets locker aus der Schulter werfen und auf einen festen Stand achten«, rät Ostermeier, um gelenkschonender vorzugehen.
Ein weiterer Tipp: die Arme zwischendurch immer mal wieder pendeln und schwingen lassen, um sie zu mobilisieren. Und zwar beide. So lässt sich der einseitigen Belastung entgegenwirken.
Ebenfalls gut sind ein paar Aufwärmübungen, ehe es an die Kugeln geht. Kniebeugen, Rumpf- und Schulterkreisen oder auch ein paar Sprünge im Hampelmann helfen den Muskeln, auf Betriebstemperatur zu kommen.
Auch wenn Boule Körper und Seele guttut, ist es sinnvoll, wenn es nicht allein bei dieser Aktivität bleibt. Ostermeier rät als Ergänzung zu Sportarten wie Schwimmen und Radfahren. Sie trainieren – anders als Boule – auch die Ausdauer.