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Pharma-Trends

Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Biosimilars 

Das Marktforschungsunternehmen IQVIA hat die globalen Entwicklungen im Gesundheitsmarkt bis 2023 untersucht. Die Trends sind laut der heute präsentierten Studie des Unternehmens eindeutig: Erwartet wird ein starkes Wachstum bei den Biosimilars sowie mehr Neuzulassungen von Arzneimitteln. Auch würden digitale Technologien in Forschung und Therapie immer mehr zum Einsatz kommen. Auch die Ausgaben für Arzneimittel sollen laut Prognose weiter steigen.
Julia Endris
08.02.2019
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Die IQVIA-Studie beleuchtet zehn Bereiche mit Zukunftspotenzial, darunter die Nutzung digitaler Anwendungen im Gesundheitswesen, künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML), Biotherapeutika der nächsten Generation sowie Erkenntnisse aus der Versorgungspraxis. IQVIA erwartet auch, dass die Anzahl der Neuzulassungen steigt. In den letzten fünf Jahren seien es im Schnitt 46 Produkte jährlich gewesen, bis 2023 würden es voraussichtlich 54 Produkte sein, heißt es.

Laut Studie wird außerdem die Nutzung von KI und ML bei Life Science Unternehmen schon bald zum Regelfall werden. Derzeit sei der Einsatz intelligenter Algorithmen zur Analyse großer, komplexer Datensätze besonders in der klinischen und präklinischen Forschung am weitesten fortgeschritten. Die Algorithmen dienten dazu, präklinische Wirkstoffkandidaten für neue Arzneimittel zu prüfen und potenzielle Zielmoleküle auf Basis von Versorgungsdaten zu identifizieren. Insgesamt steigern sie den Studienergebnissen zufolge die Effizienz in der klinischen Entwicklung. Um Patientengruppen besser zu unterteilen oder um etwa nicht diagnostizierte Patienten besser identifizieren zu können,  arbeite man hingegen mit ML-unterstützten prädiktiven Analysen. 

Nach IQVIA-Angaben erhält die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) immer häufiger Anfragen für die Zulassung mobiler Apps zu Therapiezwecken. Diese Digital Therapeutics (DTx) sind verschreibungspflichtig und nutzen digitale Technologien zur Therapie. Insbesondere in den Bereichen Gesundheitsverhalten und Kognition versprächen sie wesentliche Fortschritte, heißt es. Andere Stakeholder bewerten die neuen Behandlungsmethoden hingegen kritischer, weil sich ihre Vorteile in der Praxis noch nicht bewährt hätten.

Die IQVIA-Studie nennt außerdem Zahlen zu den weltweiten Arzneimittelausgaben aus dem Jahr 2018. Diese lagen demnach bei 1,2 Billionen US-Dollar. Laut Prognosen sollen die wichtigsten Wachstumstreiber in den nächsten fünf Jahren die Vereinigten Staaten sowie die Schwellenländer sein. Bis zum Jahr 2023 würden voraussichtlich insgesamt mehr als 1,5 Billionen US- Dollar für Medikamente ausgegeben, das entspreche einem Anstieg von 50 Prozent seit 2014.

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