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Russische Corona-Impfstoff-Zulassung
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Kritik am »Sputnik-Impfstoff«

Der weltweite Wettlauf um einen Corona-Impfstoff ist entschieden: Russland ist mit der ersten staatlichen Zulassung vorgeprescht und feiert seinen »Sputnik-Moment«. Doch die Zulassung wird im Rest der Welt kritisch betrachtet.
AutorKontaktdpa
Datum 11.08.2020  17:40 Uhr

Es droht ein Vertrauensverlust

Darüber hinaus kann die Zulassung eines nicht vollständig geprüften Impfstoffs auch noch weitere negative Effekte haben. So mahnt der Hamburger Virologe Professor Dr. Jonas Schmidt-Chanasit : »Es ist ganz wichtig, dass man auf jeden Fall einen sicheren Impfstoff einsetzt und auch weiß, wo möglicherweise Nebenwirkungen liegen.« Denn sollte sich ein Impfstoff als weniger effektiv herausstellen, bestehe die Gefahr, dass es zu »gegenteiligen Effekten« komme – etwa einer Impfmüdigkeit in der Bevölkerung. Dies sei zuletzt etwa bei einem Impfstoff gegen das Denguefieber auf den Philippinen der Fall gewesen. »Die Bevölkerung hatte da zu Recht kein Vertrauen mehr in den Impfstoff und sich wie Versuchskaninchen gefühlt«, sagte Schmidt-Chanasit. Durch den Vertrauensverlust seien dann Impfungen insgesamt zurückgegangen.

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