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Infektionsschutz

Krankenkassen fordern Geld für Corona-Tests vom Staat zurück

Die Krankenkassen pochen angesichts der geplanten Ausweitung von Corona-Tests darauf, dass der Staat die Kosten dafür mitträgt. Das fordert auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.
dpa
PZ
23.05.2020
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«Im Rahmen der Pandemiebekämpfung die Tests auszuweiten, erscheint auf jeden Fall sinnvoll», sagte der Sprecher des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Als staatliche Aufgabe müssten Tests in diesem Rahmen auch vom Staat finanziert werden.

 «Wir sind gesetzlich verpflichtet, in vielen Fällen die Reihentests zunächst zu finanzieren», erklärte der Sprecher. Wie hoch die Gesamtkosten würden, hänge davon ab, wie ihre Zahl sich entwickle. «Bei 59 Euro Kosten pro Test liegt es auf der Hand, dass wir am Ende vermutlich von einer gewaltigen Summe reden werden», sagte er. «Selbstverständlich werden wir bei den Finanzberatungen im Herbst darauf drängen, dass die GKV diese Kosten aus dem Bundeshaushalt erstattet bekommt.»

Verdi sieht das ähnlich. «Die Kostenübernahme darf nicht den gesetzlich Versicherten aufgebürdet werden», sagte ein Sprecher am Freitag der dpa. «Die Vorbeugung übertragbarer Krankheiten und die Verhinderung der Weiterverbreitung von Infektionen sind originäre Aufgabe des Staates. Deshalb sind solche Testungen als versicherungsfremde Leistungen durch Steuermittel zu finanzieren.» Bald sollen in Deutschland deutlich mehr Menschen als bisher auf das Coronavirus Sars-CoV-19 getestet werden.

Konkret hat Bundesgesundheitsministerin Jens Spahn (CDU) angekündigt, präventive Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen zu ermöglichen. Auch symptomfreie Kontaktpersonen von Infizierten sollen Anspruch auf einen Test haben.

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