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Fedratinib
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Kinasehemmer verkleinert Milz bei Myelofibrose

Fedratinib ist eine neue Option für Patienten mit der bösartigen Knochenmarkerkrankung Myelofibrose. Der Januskinasehemmer führt zu einer Verkleinerung der bei diesen Patienten krankhaft vergrößerten Milz.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 05.04.2021  08:00 Uhr

Wechselwirkungen über CYP3A4 möglich

Der Wirkstoff wird hauptsächlich über CYP3A4 und zu einem geringen Teil über CYP2C19 abgebaut, sodass entsprechende Interaktionen zu beachten sind: Die gleichzeitige Anwendung von Arzneistoffen, die beide dieser Enzyme hemmen, etwa Fluconazol oder Fluvoxamin, soll vermieden werden; die gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A4-Inhibitoren, Induktoren oder -Substraten erfordert gegebenenfalls Anpassungen der Dosierungen.

Inrebic ist während der Schwangerschaft kontraindiziert. Während der Therapie mit Fedratinib und für mindestens einen Monat danach sollten Frauen im gebärfähigen Alter zuverlässig verhüten. Auch auf das Stillen sollte in diesem Zeitraum verzichtet werden.

Wirksamkeit und Sicherheit des neuen Präparats wurden anhand der randomisierten, placebokontrollierten Phase-III-Studie JAKARTA und der einarmigen Studie JAKARTA2 beurteilt. An JAKARTA nahmen 289 Patienten mit Myelofibrose und Splenomegalie teil, die täglich entweder 500 mg Fedratinib, 400 mg Fedratinib oder Placebo erhielten. Primärer Wirksamkeitsendpunkt war der Anteil der Patienten, bei denen in Woche 24 eine Reduktion des Milzvolumens um mindestens 35 Prozent gegenüber dem Ausgangswert zu verzeichnen war. Er betrug unter 400 mg Inrebic täglich – der nun zugelassenen Dosierung – 47 Prozent (45 von 96 Patienten) und unter Placebo 1 Prozent (einer von 96 Patienten).

Die Teilnehmer von JAKARTA2 waren 97 stark vorbehandelte Myelofibrose-Patienten mit Splenomegalie, die zuvor Ruxolitinib erhalten hatten. Sie wurden mit 400 mg Fedratinib täglich behandelt, wobei eine Dosiseskalation auf bis zu 600 mg gestattet war. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war der gleiche wie in der JAKARTA-Studie. Auch hier bezieht sich die Angabe in der Fachinformation lediglich auf die Patienten, die letztlich mit der 400-mg-Dosis behandelt wurden. Von diesen erreichten 22,7 Prozent nach 24 Wochen den primären Endpunkt.

Häufigste nicht hämatologische Nebenwirkungen waren Diarrhö (67,5 Prozent der Patienten), Übelkeit (61,6 Prozent) und Erbrechen (44,8 Prozent), häufigste hämatologische Nebenwirkungen waren Anämie (99,0 Prozent) und Thrombozytopenie (68,5 Prozent). 24 Prozent der Patienten, die 400 mg Fedratinib erhielten, setzten das Medikament aufgrund eines unerwünschten Ereignisses dauerhaft ab.

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