Pharmazeutische Zeitung online
Sachsen-Anhalt

Kassenärzte fordern spätere Einführung von E-Rezept und Co.

Insbesondere mit Blick auf die eAU betonen die Ärzte, die Grundausstattung für die Funktionsfähigkeit liege bei Weitem nicht in allen Praxen vor. Zudem funktionierten die technischen Komponenten nicht störungsfrei. Damit die Ärzte eine eAU an eine Krankenkasse senden oder ein elektronisches Rezept digital ausstellen können, muss die Praxis an die TI angeschlossen sein, mittels eines entsprechenden E–Health-Konnektors. Zudem benötigt der Arzt einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA), sowie ein Update der Praxisverwaltungssystems. Und für die Nutzung von KIM ist eine KIM-E-Mail-Adresse notwendig. Diese könne derzeit bei 34 von der Gematik zugelassenen KIM-Anbietern bestellt werden, ließ die Gematik Ende August wissen.

Lösungen bislang »ohne Mehrwert«

Solange die Testphase nicht positiv abgeschlossen sei, müssten die Zeitpläne der Einführung von digitalen Anwendungen durch das Bundesgesundheitsministerium dringend verschoben werden, mahnt die KVSA. Die Vertragsärzte und -therapeuten stünden der Digitalisierung grundsätzlich offen gegenüber, heißt es. »Digitale Lösungen müssen jedoch einen Mehrwert für die Praxen und die Versorgung der Patienten haben. Das ist bei den derzeitigen Anwendungen nicht der Fall.«

Ähnliches hatte zuletzt bereits der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, mit Blick auf das E-Rezept kritisiert. Beim Digital-Summit in Berlin sagte er, die elektronische Verordnung habe für die Mediziner bislang »keinen Mehrwert«, sondern sei eher »ein Verwaltungsakt«. Die Ärzte hätten von dem E-Rezept zunächst keinen Vorteil, umso mehr dürfe dies die Abläufe nicht stören. Die Praxisverwaltungssysteme müssten einen reibungsglosen Prozess gewährleisten, die TI-Anbindung müsse einwandfrei funktionieren. »Als Mindeststandard erwarte ich, dass das im Praxisalltag total reibungslos« abläuft, so Reinhardt.

 

Seite<12
Seite<12

Mehr von Avoxa