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Fehlerhafte Arzneimittel

Kassen schreiben Spahn

Der GKV-Spitzenverband will, dass der Rückruf fehlerhafter Medikamente in Zukunft besser geregelt wird. In einem Brief hat sich GKV-Vize-Chef Johann-Magnus von Stackelberg an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gewandt. Das bestätigte eine Sprecherin des Spitzenverbands auf Anfrage der Pharmazeutischen Zeitung.
Jennifer Evans
26.10.2018  12:42 Uhr

Gesetzlichen Handlungsbedarf sieht der GKV-Spitzenverband demnach darin, dass Patienten grundsätzlich einen Anspruch darauf haben sollten, ein vom Rückruf betroffenes Arzneimittel ersetzt zu bekommen. Schließlich gehe es darum, das Vertrauen in die Arzneimittelversorgung wiederherzustellen, betonen die Kassen. Auch müssten Betroffene sich darauf verlassen können, direkt über den Rückruf ihres Medikaments informiert zu werden. Über jegliche Risiken, die womöglich durch die Einnahme entstanden sein können, müssten sie aufgeklärt werden.

Mit einem Rezept vom Arzt soll ein Patient aus Sicht der Kassen in solch einem Fall stets ein alternatives Präparat aus der Apotheke bekommen. Die Kosten für den Rückruf müssten die pharmazeutischen Unternehmen tragen. Klarheit fordert der Spitzenverband zudem bei der Haftungsfrage für Arzneimittelschäden. Er schlägt vor, das Arzneimittelgesetz etwa mit Blick auf eine bessere Überwachung sowie Probenahme, Untersagung des Inverkehrbringens und Rückrufregelungen anzupassen.

Anlass für den Brief an Spahn ist der Valsartan-Skandal, der im vergangenen Sommer hohe Wellen schlug. Weil es Verunreinigungen des Wirkstoffs bei dem chinesischen Produzenten Zhejiang Huahai Pharmaceutical gab, mussten viele Hersteller ihre Präparate zurückrufen. Tausende deutsche Patienten waren betroffen.

Foto:Fotolia/rh2010

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