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Europäischer Rechnungshof

Kampf gegen Antibiotikaresistenzen

Der Europäische Rechnungshof fordert die Europäische Union zu einem stärkeren Kampf gegen resistente Keime auf. »Antimikrobielle Resistenz ist eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Gesundheit«, sagte der verantwortliche Rechnungsprüfer Nikolaos Milionis am heutigen Freitag.
dpa
PZ
15.11.2019  14:08 Uhr

Bislang spreche nur wenig dafür, dass die bisherigen Bemühungen zur Eindämmung resistenter Keime die Gefahren für die Bevölkerung verringern konnten. Nach Angaben des Rechnungshofs sterben jedes Jahr rund 33.000 Menschen in der EU an Infektionen, die durch medikamentenresistente Keime verursacht wurden. Antimikrobielle Resistenz bedeutet, dass Mikroben wie Bakterien, Viren oder Parasiten Resistenzen gegen Arzneimittel entwickeln, die zuvor gewirkt haben.

Ein besonders großes Problem ist die  Antibiotikaresistenz bei Bakterien. Eine zu häufige Verabreichung von Antibiotika an Menschen oder Tiere gilt als eine der Ursachen für die steigenden Resistenzen. Zumindest seien Antibiotika und andere antimikrobielle Medikamente bei Tieren zuletzt umsichtiger verwendet worden, heißt es im Rechnungshof-Bericht. Der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Masttierhaltung wird seit langem kritisiert. Auch in der Humanmedizin wird zum Teil ohne Not ein Antibiotikum verschrieben - etwa bei einer Erkältung, die keine bakterielle Erkrankung ist. In 90 Prozent der Fälle sind Viren Ursache einer Erkältung. Der Rechnungshof fordert, dass die Medikamente noch umsichtiger verwendet werden, die Resistenzen besser überwacht und Strategien für die Forschungsarbeit gestärkt werden.

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