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Entspannungstrend
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Junge Menschen zieht es ins Bett

Gegen den Alltagsstress einfach mal rumgammeln – und zwar im Liegen. »Bed Rotting« nennt sich der Tiktok-Trend, der bei jungen Menschen beliebt ist. Experten sehen diese Form der Auszeit aber kritisch.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 22.07.2026  14:30 Uhr

Kein Zeitdruck, keine Verpflichtungen, keine To-do-Listen – an den Tagen selbst verordneter Bettruhe ist alles tabu, was außerhalb der Matratze passiert. Ziel ist es, auf diese Weise völlig zu entspannen – möglichst passiv. Schlafen kann man, muss man aber nicht. Zeitschriften lesen, am Smartphone scrollen, einen Serienmarathon starten oder Essen liefern lassen sind bei dem Social-Media-Trend erlaubt. Hauptsache, man ist dabei nicht produktiv.

Schlafforschende warnen jedoch: Wer Alltag und Bett vermischt, bringt die innere Ordnung im Körper durcheinander. Das Gehirn verliert klare Signale für Schlaf und Wachsein. Das kann Schlafstörungen begünstigen, wie Dr. Hans-Günter Weeß in einem Beitrag der Krankenkasse Barmer hervorhebt. Der Psychologe ist Leiter des interdisziplinären Schlafzentrums am Pfalzklinikum Klingenmünster und befasst sich mit »Bed Rotting«, das sich aus den Wörtern Bed (Bett) und Rotting (Verrotten) zusammensetzt.

Andere Experten sehen in dem Trend zudem Risiken für eine Depression. »Personen mit einer Schlafstörung, die auch durch Bed Rotting begünstigt werden kann, haben gegenüber gesunden Menschen ein doppelt so hohes Risiko, an einer Depression zu erkranken«, zitiert die Kasse Dr. Albrecht Vorster, Schlafforscher und Leiter des Swiss Sleep House am Universitätsspital Bern.

Biorhythmus aus dem Takt

Forschende aus den Niederlanden bringen Schlafstörungen mit einer veränderten Emotionsregulierung im Gehirn in Verbindung. Dies könnte beeinflussen, wie gut Menschen Angst, Freude, Trauer, Ärger und Wut verarbeiten, und so Nährboden für eine Depression sein, heißt es in dem Beitrag.

Auch auf andere Weise können solche Betttage die Psyche beeinträchtigen. Wenig Licht, wenig Bewegung, viel Bildschirmzeit – diese Mischung kann den Biorhythmus verschieben. Die innere Uhr läuft womöglich langsamer, das Einschlafen fällt schwerer. Gleichzeitig rückt das echte Leben in den Hintergrund. Digitale Kontakte ersetzen Gespräche im Café oder Spaziergänge mit Freunden. Studien zeigen dem Bericht zufolge jedoch: Tageslicht und Aktivität stabilisieren Stimmung und Schlaf. Fehlen sie, steigt das Risiko für Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit.

Ganz auf den neuen Erholungstrend verzichten muss aber dennoch niemand. Immerhin kann die Me-Time ja auch das Wohlbefinden steigern – solange die Auszeit im Bett nicht zur Gewohnheit wird.

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