Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

RKI-Analyse 
-
Jeder dritte Erwachsene schläft schlecht

Schlaflos in Deutschland: Mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland wälzet sich nachts oft im Bett herum. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Robert-Koch-Instituts. Experten haben Vermutungen zu den Ursachen der Schlaprobleme.
AutorKontaktdpa
Datum 03.06.2026  15:00 Uhr
Datum Aktualisiert am 03.06.2026  17:00 Uhr

Mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland gibt an, regelmäßig Schlafprobleme zu haben. Rund 16 Prozent berichteten in einer Befragung des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Durchschlafstörungen, knapp 32 Prozent von Problemen beim Einschlafen und fast 13 Prozent gaben an, unter beidem zu leiden. Die Ergebnisse beruhen auf einer Befragung von mehr als 14.000 Frauen und mehr als 12.000 Männern im Jahr 2024.

Insgesamt schlafen die Menschen in Deutschland im Schnitt schlechter als noch vor etwa 15 Jahren, wie aus dem Beitrag im »Journal of Health Monitoring« hervorgeht: Im Zeitraum 2008 bis 2011 hatten rund 30 Prozent der Erwachsenen Schlafprobleme, 2024 waren es gut 35 Prozent.

Zunehmende Krisen könnten eine Rolle spielen

Die Autoren des Berichts haben dafür verschiedene Erklärungsansätze: Zum einen könne die gestiegene Smartphone-Nutzung eine Rolle spielen, aber auch die verschiedenen gesellschaftlichen Krisen – von Pandemiefolgen über den Klimawandel bis hin zu militärischen Konflikten.

Frauen sind der Befragung aus dem Jahr 2024 zufolge häufiger betroffen als Männer. So geben 20 Prozent der befragten Frauen an, unter Einschlafstörungen zu leiden, gegenüber 13 Prozent der Männer. Unter Durchschlafstörungen leiden 36 Prozent der Frauen und 27 Prozent der Männer. Die Experten erklären dies zum einen mit hormonellen Veränderungen etwa während Schwangerschaften oder den Wechseljahren sowie mit einem höheren Risiko etwa für Depressionen und Angststörungen, die oft mit Schlafproblemen einhergehen.

Insomnie hat Risiken

Wenn Schlafprobleme länger anhalten und sich negativ auf die Leistungsfähigkeit und die sonstige Lebensqualität auswirken, kann es sich um eine Insomnie - also eine krankhafte Schlafstörung - handeln. Eine solche Störung erhöht das Risiko für psychische Störungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere negative Folgen.

Die RKI-Experten empfehlen, sich ärztlichen Rat zu holen, wenn Schlafprobleme über längere Zeit anhalten. Darüber hinaus könne man sich um eine gute Schlafhygiene bemühen - also etwa feste Schlafenszeiten, keine Smartphone-Nutzung direkt vor dem Schlafen, kein Alkohol, Koffein oder Nikotin.

Im Rahmen der Panel-Befragung «Gesundheit in Deutschland» befragt das RKI regelmäßig die deutschsprachige Bevölkerung in privaten Haushalten, um gesundheitliche Entwicklungen im Zeitverlauf abbilden zu können.

Mehr von Avoxa