| Daniela Hüttemann |
| 16.06.2026 15:05 Uhr |
Die Ixchiq-Impfung gehört nicht in jeden Impfpass: Sie sollten nur Reisende mit hohem Risiko für Chikungunya-Infektionen gegeben werden. / © Getty Images/Westend61/ Claudia Rehm
Ixchiq® ist der weltweit erste zugelassene Impfstoff gegen das durch Mücken übertragene Chikungunya-Virus. Vorübergehend gab es eine Kontraindikation bei Erwachsenen ab 65 Jahren, da zunächst insbesondere bei älteren Personen schwerwiegende Nebenwirkungen beobachtet wurden. Diese können jedoch auch bei jüngeren Menschen auftreten, vor allem wenn Begleiterkrankungen vorliegen.
Daher wurde zwar im September 2025 die Altersbegrenzung aufgehoben, aber zugleich in einem Rote-Hand-Brief mitgeteilt, dass Ixchiq unabhängig vom Alter nur verabreicht werden sollte, wenn ein erhebliches Risiko einer Chikungunya-Infektion besteht, und nach einer sorgfältigen, individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung. Das bekräftigt der Pharmakovigilanzausschuss (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) nun noch einmal.
Bereits damals wurden unter anderem Chikungunya-ähnliche Nebenwirkungen beobachtet wie Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustands, Verschlimmerung chronischer Erkrankungen sowie kardiale und neurologische Ereignisse, die zu Krankenhausaufenthalten und in einigen wenigen Fällen zum Tod führten. Explizit genannt wurde auch eine Enzephalitis.
Neu bewertet wurden Berichte über aseptische Meningitis und Entzündungen der Membranen um das Gehirn und das Rückenmark. Manche führten zu Hospitalisierung und Tod, berichtet der PRAC, wobei der Ausschuss schon im März über aseptische Meningitis berichtet hatte.
In der aktuellen Mitteilung heißt es: »Bekannte schwerwiegende Nebenwirkungen im Zusammenhang mit dem Impfstoff treten vor allem bei Personen ab 65 Jahren und bei Personen mit mehreren chronischen Vorerkrankungen auf, obwohl auch junge, ansonsten gesunde Erwachsene betroffen waren.«
Der PRAC erinnert daher an eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung und die Kontraindikation für Patienten, deren Immunsystem aufgrund einer Erkrankung oder Medikamenten geschwächt ist. Zudem sollte Ixchiq nicht gleichzeitig mit anderen Vakzinen verimpft werden. Der Ausschuss für Humanarzneimittel der EMA (CHMP) muss die Empfehlung noch konsentieren. Dann dürfte ein weiterer Rote-Hand-Brief folgen.