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Cannabidiol reduziert Anfallhäufigkeit bei Epilepsie

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Cannabidiol reduziert Anfallhäufigkeit bei Epilepsie


Von Daniela Hüttemann / Der Cannabis-Wirkstoff Cannabidiol (CBD) kann in Kombination mit anderen antiepilep­tischen Therapien die Anfallshäufigkeit bei Patienten mit bislang therapieresistentem Lennox-Gastaut-Syndrom reduzieren: so das Ergebnis einer randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie, die Forscher um Dr. Elizabeth Thiele vom Massachusetts General Hospital in den USA jetzt im Fachjournal »The Lancet« veröffentlichten (DOI: 10.1016/S0140-6736(18)30135-1).

 

Das Lennox-Gastaut-Syndrom macht etwa 1 bis 4 Prozent der Epilepsie-Erkrankungen bei Kindern aus. Die ­Patienten leiden lebenslang unter schweren epileptischen Anfällen, was die kognitiven Funktionen beeinträchtigen kann. Nur 10 Prozent der Betroffenen erreichen mit den bestehenden Möglichkeiten, darunter Medikamente, ketogene Diät, Nervenstimulation und Hirnchirurgie, Anfallsfreiheit.

 




Foto: Fotolia/Tobilander


An der 14-wöchigen Studie nahmen 171 Patienten im Alter von 2 bis 55 Jahren teil, die in den sechs Vormonaten mehrmals unterschiedliche Anfälle erlitten hatten, darunter mindestens zwei mit Stürzen. Alle galten als hochgradig therapieresistent, da sie zuvor auf mindestens sechs antikonvulsive Arzneistoffe nicht angesprochen hatten. Sie bekamen nun neben ihrer üblichen Behandlung einmal täglich 20 mg Cannabidiol pro kg Körpergewicht in pharmazeutischer Formulierung von GW Pharmaceuticals (Epidiolex®) oder Placebo. Die Rate der Anfälle mit Sturzfolge reduzierte sich unter dem Cannabinoid von zuvor 71,4 pro Monat auf 31,4 pro Monat, unter Placebo von 74,7 auf 56,3 Stürze pro Monat – eine relative Risikoreduktion um 43,9 Prozent. Auch andere Anfalls­arten traten deutlich seltener auf: In der CBD-Gruppe sank die Zahl der Anfälle pro Monat von 144,6 auf 83,8, eine Reduktion um 41,2 Prozent gegenüber 13,7 Prozent in der Placebo-Gruppe (von 176,6 auf 128,7 Anfälle pro Monat).

 

Als Nebenwirkungen traten vor allem Durchfall, Benommenheit, Fieber, verminderter Appetit und Erbrechen auf. Ein Hinweis auf Missbrauch des Arzneimittels wurde nicht festgestellt. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 05/2018

 

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