Nutzenbewertung: Schlechtes Zeugnis für Ribociclib |

Der Proteinkinase-Inhibitor Ribociclib (Kisqali® von Novartis), der in Kombination mit anderen Mitteln zur Unterdrückung der Hormonwirkung auf Brusttumoren eingesetzt werden kann, wird bei der Frühen Nutzenbewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) höchstwahrscheinlich schlecht abschneiden. Das vom G-BA beauftragte Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) fand in seiner Dossierbewertung kein Indiz für einen Zusatznutzen, aber Hinweise auf einen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie größeren Schaden durch das Medikament. Dieser besteht laut IQWiG darin, dass Frauen, die mit Ribociclib und einem Aromatasehemmer behandelt werden, laut der einzigen vom Hersteller eingereichten Studie schneller unter schweren Nebenwirkungen leiden und häufiger die Behandlung abbrechen als Frauen, die nur einen Aromatasehemmer einnehmen. Wie aus einer Pressemitteilung des IQWiG hervorgeht, waren hierfür vor allem schwere Magen-Darm-Erkrankungen der Grund.
Der Hersteller hat nun die Möglichkeit, zu dieser für ihn wenig erfreulichen Einschätzung Stellung zu beziehen und gegebenenfalls weitere Daten einzureichen. Über das endgültige Abschneiden in der Frühen Nutzenbewertung entscheidet dann der G-BA. (am)
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Wirkstoffprofil Ribociclib|Kisqali®|86|2017 in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe
18.12.2017 l PZ
Foto: Novartis