Pharmazeutische Zeitung online
Protestaktion

In Nordrheins Apotheken geht das Licht aus

Die Protestaktionen der Apotheker gegen das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz weiten sich aus. Kurzfristig haben auch die Apothekerkammer und der Apothekerverband Nordrhein angekündigt mitzumachen – indem die Apotheken ihre Lichter ausschalten. Und in Hessen werden die Apotheken dazu aufgerufen, Briefe an die für sie zuständigen Abgeordneten zu schreiben.
PZ
18.10.2022  17:15 Uhr
In Nordrheins Apotheken geht das Licht aus

Am morgigen Mittwoch wird der Gesundheitsausschuss des Bundestags zum letzten Mal das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz mit der geplanten Erhöhung des Kassenabschlags für Apotheken beraten. Während sich die Ärzte zwar noch kurzfristig über eine Honorarerhöhung in den Änderungsanträgen freuen konnten, will die Ampel-Koalition die Erhöhung des Kassenabschlags offenbar durchziehen. In den Bundesländern Saarland, Hamburg, Schleswig-Holstein und Brandenburg haben die Apotheken daher einen Streik angekündigt, der mittags starten soll.

Nun ist klar, dass sich auch die Apotheken in der Kammerregion Nordrhein an der Protestaktion beteiligen wollen – allerdings nicht mit geschlossenen Türen. Der Verbandsvorsitzende Thomas Preis und Kammerpräsident Armin Hoffmann erklären in einer gemeinsamen Stellungnahme: »Wir haben heute nochmals mit Nachdruck die Bundestagsabgeordneten auf die schwierige betriebswirtschaftliche Situation von immer mehr Apotheken hingewiesen und vor der Beschlussfassung der bei den Apotheken geplanten Sparmaßnahmen gewarnt.« Preis und Hoffmann erinnern auch an die Stellungnahme des Bundesrates: Die Bundesländer hatten im September ausdrücklich vor einer Honorarkürzung im Apothekenbereich gewarnt, weil dies viele Betriebsstätten wirtschaftlich in die Schieflage bringen könnte.

Die Apotheken an Rhein und Ruhr sollen daher am morgigen Mittwoch um 11.55 Uhr als Zeichen des Protestes ihre Ladenbeleuchtung ausschalten oder runter dimmen. »Dabei werden die Apotheken auch ihre Patienten und Kunden darüber informieren, dass auch sie Leidtragende der Sparmaßnahmen werden könnten, wenn noch mehr Apotheken schließen müssen und weniger Personal für Versorgung, Beratung und Betreuung zur Verfügung stehen«, verdeutlichen Preis und Hoffmann. Denn noch mehr Apothekenschließungen führten schließlich auch zu weiteren Wegen zur Apotheke und zu weniger Zeit für die Versorgung von Kranken und Schwachen in den Apotheken. Ganz besonders auch im Nacht- und Notdienst.

Seite12>

Mehr von Avoxa