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Herzinfarkt
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Impfung hilft dem Herz zu regenerieren

Ein Herzinfarkt geht mit Vernarbungen und dem Verlust gesunden Gewebes einher und schwächt das Herz. Wissenschaftler arbeiten an einer Impfung , die das Herz vor Schäden schützen könnte. Erste Versuche an Tieren sind vielversprechend.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 10.03.2026  13:30 Uhr

Nach einem Herzinfarkt reagiert der Körper, um den Stress für das Herz zu senken, indem er ANP, das atriale natriuretische Peptid, freisetzt. Das Hormon wird hauptsächlich in den Herzmuskelzellen gebildet und kann langfristige Schäden am Herzmuskel eindämmen. Allerdings wird es nur in kleinen Mengen ausgeschüttet und zeigt bei der Genesung der Patienten nach einem Herzinfarkt keinen großen Effekt.

Was wäre also, wenn man dem Körper gezielt unterstützen könnte? Ein Team um Dr. Kaiyue Zhang von der Columbia Universität, New York, hat eine Injektion entwickelt, die einmalig intramuskulär verabreicht werden soll, um die Bildung von ANP zu stimulieren. Die im Fachmagazin »Science« veröffentlichten Daten zeigen, dass eine einmalige Injektion im Tierversuch die Hormonproduktion für mehrere Wochen anregen kann.

Hilfe zur Selbsthilfe für das Herz

Die Injektion funktioniert dabei ähnlich wie eine mRNA-Impfung: Der Körper erhält eine Bauanleitung der zu produzierenden Substanz. Eingesetzt wird allerdings keine mRNA, sondern eine selbstvervielfältigende RNA (saRNA). Der Vorteil ist, dass diese temporär in den Muskelzellen repliziert wird, und so eine anhaltende Proteinexpression gewährleistet. Bereits eine einmalige Gabe in niedriger Dosierung erzielt einen anhaltenden Effekt. So könnte das Herz in der vulnerabelsten Phase nach dem Infarkt geschützt werden.

In verschiedenen Mausmodellen wurde den Tieren eine saRNA injiziert, die für einen Vorläufer des natriuretischen Peptids Typ A codiert und bewirkt, dass pro-ANP produziert wird. Im Herzen wird pro-ANP schließlich durch die Protease Corin zum aktiven ANP umgewandelt. Die Forscher identifizierten den natriuretischen Peptidrezeptor-1 in Endothel- und Epikardzellen als ausschlaggebenden Faktor, der ANP-vermittelt die Herzmuskelzellen erhält und den fibrotischen Umbau des Gewebes unterdrückt.

Eine intramuskuläre Injektion induzierte in behandelten Mäusen eine robuste ANP-Produktion für mindestens vier Wochen. Die Auswurffraktion des linken Vorhofs verbesserte sich, die Infarktgröße verringerte sich und die Fibrose wurde abgeschwächt. Die Ergebnisse ließen sich in verschiedenen Maus-Herzinfarkt-Modellen wiederholen.

Auch eine Studie an Schweinen bestätigte die Ergebnisse: die Herzfunktion konnte erhalten und das Remodelling von Gewebe eingegrenzt werden. Somit könnte die Injektion nach einem Herzinfarkt die Narbenbildung reduzieren, gesunde Muskelzellen erhalten, die Pumpbewegung des Herzens verbessern und das Risiko für Komplikationen senken. Der nächste Schritt ist nun, Sicherheit und Dosierung der saRNA-Injektion zu beurteilen, ehe Studien an Menschen beginnen können.

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