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Impfkampagne für über 60-Jährige

Impfquoten nicht weiter gesunken

Ob eine derzeit in Thüringen laufende Kampagne, die ältere Menschen zum Impfen animieren soll, erfolgreich ist, steht noch nicht endgültig fest. Zumindest scheint sie den Rückgang der Impfquoten in dieser Altersgruppe aufgehalten zu haben.
dpa
29.10.2018
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Die Auswirkungen der thüringenweiten Impfkampagne »Impfen60+« auf die Impfbereitschaft älterer Menschen sind ein Jahr nach deren Start noch weitgehend unklar. Zumindest aber scheinen die Impfquoten in dieser Altersgruppe in dem Bundesland nicht weiter zu sinken. »Wir scheinen den Abwärtstrend aufgehalten zu haben, aber es gibt noch keine harten Zahlen für die Saison 2017/18«, sagte die Leiterin der Kampagne, die Psychologin Cornelia Betsch von der Universität Erfurt, am Montag.

Mit der Kampagne will Thüringen den Impfschutz bei den über 60-Jährigen verbessern. Dabei geht es besonders um den Schutz vor Virusgrippe (Influenza) und Pneumokokken-Bakterien als Verursacher von Lungenentzündungen. Vor dem Kampagnenstart waren die Impfquoten in dieser Generation stetig gesunken. 2016/17 waren nur 46 Prozent der Menschen dieser Altersgruppe geimpft.

Die Kampagne wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Thüringer Gesundheitsministerium, dem Universitätsklinikum Jena, der Universität Erfurt und dem Robert Koch-Institut entwickelt. Sie ist unabhängig von der pharmazeutischen Industrie und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Anlass für die Initiative ist die Tatsache, dass Menschen über 60, die an Infektionen mit Grippe- oder Pneumokokken-Erregern erkranken, häufiger mit schweren Auswirkungen rechnen müssen. Eine Pneumonie etwa führt in dieser Altersgruppe nicht selten zu einer lebensgefährlichen Sepsis (Blutvergiftung). Besonders hoch ist das Risiko dafür, wenn die alten Menschen gleichzeitig an Grippe und Pneumonie erkranken. Sind ältere Menschen sowohl gegen Grippe als auch gegen Pneumokokken geimpft, sinkt ihre Sterbe-Wahrscheinlichkeit um 40 Prozent, wie eine in Schweden mit 250.000 Teilnehmern durchgeführte Studie 2004 ergeben hatte. /

Foto: Shutterstock/Image Point Fr

 

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