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PharmaWeekend

Impfen kann man lernen

Impfen in der Apotheke – was in einigen Ländern bereits üblich ist, soll nach dem Willen der Politik vielleicht auch in Deutschland möglich werden. Das wirft Fragen nach den Kenntnissen auf, die Apotheker haben müssen, um impfen zu können.
Axel Helmstädter
18.06.2019
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Beim diesjährigen PharmaWeekend in Heidelberg machten sich Pharmaziestudierende in einem von Präsidenten des Bundesverbands der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD), Max Willie Georgi, geleiteten Seminar darüber Gedanken, inwiefern die heutige Apotheker-Ausbildung bereits für Impfungen qualifiziert, welcher Fortbildungsbedarf besteht und welche Inhalte zusätzlich in die Approbationsordnung aufgenommen werden sollten. Ausgangspunkt der Überlegungen war eine Zusammenstellung impfrelevanter Ausbildungsinhalte des Medizinstudiums, die der „Nationale kompetenzbasierte Lernzielkatalog Medizin“ vorsieht. Hier finden sich 35 impfrelevante Themenfelder, die daraufhin untersucht wurden, ob sie eventuell bereits im Pharmaziestudium auf dem Stundenplan stehen.

Das Ergebnis: Für viele Inhalte ist das bereits der Fall, vor allem für Grundlagen der Virologie und Immunologie, die im pharmazeutischen Grundstudium vorkommen. Besonderheiten der Arzneitherapie spezieller Patientengruppen wie Kinder, Schwangere und Ältere sollten ebenso in Klinischer Pharmazie gelehrt werden, wie die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Wirkmechanismen und Nebenwirkungen von Impfungen behandelt die Pharmakologie, Aspekte der Patientenberatung und -kommunikation sind Inhalte des Praktischen Jahrs.

Naturgemäß fehlt es Pharmazeuten noch an den praktischen Übungen der Impftechnik, die aber leicht in die Aus- und Fortbildung zu implementieren wären, am besten interdisziplinär in gemeinsamen Seminaren mit Medizinstudierenden. Aus rein fachlicher Sicht wäre also gar nicht so viel aufzuholen – allerdings stellt sich die Frage nach den rechtlichen, räumlichen und finanziellen Rahmenbedingungen, die es zu definieren gilt, bevor Apotheker impfen können.

In einem nächsten Schritt wird der Verband auf Grundlage der im Seminar erzielten Ergebnisse konkrete Vorschläge machen, wie die von medizinischer Seite definierten impfrelevanten Lehrinhalte in den von der Bundesapothekerkammer (BAK) herausgegebenen „kompetenzorientierten Lernzielkatalog Pharmazie – Perspektivpapier Apotheke 2030“ und eine neue Approbationsordnung integriert werden können und welche Inhalte zusätzlich dort aufgenommen werden sollten, um junge Pharmazeuten für diese neue Dienstleistung zu qualifizieren.

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