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Migränemittel
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Immer wieder Probleme mit Aimovig-Fertigpens

Bei der AMK laufen immer wieder Meldungen zu nicht auslösenden Aimovig-Fertigpens ein. Es handelt sich wahrscheinlich um Anwendungsfehler, keine technischen Defekte. Daher sollten Apothekenteams bei Problemen gezielt beraten.
AutorKontaktPZ
Datum 06.01.2026  13:30 Uhr
Immer wieder Probleme mit Aimovig-Fertigpens

Wie die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) mitteilt, erhielt sie seit der Markteinführung Ende 2018 bis Oktober 2025 insgesamt 220 Meldungen zu Problemen mit Aimovig® (Erenumab) 70 mg und 140 mg Injektionslösung im Fertigpen. Das Medikament von Novartis ist zugelassen zur Migräneprophylaxe und muss alle vier Wochen gespritzt werden. »Beanstandet wurden ein defekter Auslösemechanismus, Entleerungsstörungen (unvollständige Injektion), mit Verdacht auf Unterdosierung sowie Applikation/Auslaufen der Wirkstofflösung auf die Haut«, so die AMK. In acht Fällen dokumentierten die meldenden Apotheken unerwünschte Wirkungen wie Übelkeit, Schmerzen an der Applikationsstelle, Hautrötung, Bluterguss und Migräneanfall.

Eigentlich erfolgt die Injektion nach Auslösen des Pens automatisch. »Um ein versehentliches Auslösen der Injektion zu verhindern, hat der Hersteller den Pen mit einer Sicherheitshülse ausgestattet. Deshalb muss der Pen nach Entfernung der Verschlusskappe so fest auf die Haut gedrückt werden, dass die bewegliche Sicherheitshülse vollständig eingedrückt ist«, erläutert die AMK. Laut Gebrauchsinformation muss die Injektion innerhalb von fünf Minuten nach Entfernung der Verschlusskappe erfolgen, um ein Austrocknen der Lösung und damit ein Verstopfen der Kanüle zu verhindern. Genau das scheinen viele nicht zu beachten.

Erenumab-Lösung kristallisiert in Kanüle aus

Auf Nachfrage der AMK konnte die Firma bei sämtlichen untersuchten Fällen keinen technischen Defekt des Pens feststellen und auch die Untersuchung eines Reklamationsmusters durch das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (ZL) bestätigte eine ordnungsgemäße Funktionsweise.

Die AMK nennt als kritische Schritte, die Anwendungsfehler begünstigen können eine nicht vollständig eingedrückte Sicherheitshülse und die Nichtbeachtung des Fünf-Minuten-Intervalls nach Abzug der Verschlusskappe. Im Fall von Reklamationen zu nicht auslösenden Pens empfiehlt die AMK, betroffene Patienten zunächst nach der korrekten Anwendung zu befragen beziehungsweise sich diese demonstrieren zu lassen, um dann gezielt zu beraten. Die Packungsbeilage umfasst auch acht Seiten bebilderte Anwendungshinweise.

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