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USA

Immer mehr Kinder sterben durch Opioide

Einer neuen Auswertung zufolge starben zwischen 1999 und 2016 in den USA fast 9000 Kinder und Jugendliche an Opioid-Vergiftungen. Im Beobachtungszeitraum habe sich die Todesrate fast verdreifacht, schreiben Mediziner der Universität Yale im Fachjournal »JAMA Network Open« und rufen auf, mehr gegen die Opioid-Krise in Amerika zu unternehmen.
Daniela Hüttemann
02.01.2019
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Die Forscher um Dr. Julie R. Gaither werteten Daten der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) aus. 81 Prozent der tödlichen Vergiftungen geschahen demnach unabsichtlich, 38 Prozent starben zu Hause. Bei Kindern unter fünf Jahren handelte es sich bei jedem vierten der 148 Fälle um Totschlag.

Die höchsten jährlichen Sterberaten stellten die Forscher bei den 15- bis 19-Jährigen fest. In dieser Altersgruppe war in fast 1900 Fällen eine Überdosis Heroin die Ursache. Hier vervierfachte sich die Todesrate im untersuchten Zeitraum sogar. Der Großteil der Todesfälle geht jedoch nicht auf das Konto illegaler, sondern verordneter Opioide: 6561 amerikanische Kinder und Jugendliche starben in den letzten 17 Jahren daran.

Insgesamt stieg die Todesrate bei den Unter-20-Jährigen  von 0,57 Fällen pro 100.000 Altersgenossen pro Jahr auf 1,11. Das ist ein Anstieg um 94,7 Prozent. Es wird geschätzt, dass in den USA allein im Jahr 2016 mehr als 43.000 Menschen aller Altersgruppen an Opioid-Vergiftungen starben.

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