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Digitalprojekt in Westfalen-Lippe

Im Nacht- und Notdienst mehr kommunizieren

Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) wollen die Kommunikation zwischen Ärzten, Apothekern und Patienten im Nacht- und Notdienst weiter verbessern. In Bochum und Detmold wird nun drei Monate lang ein entsprechendes Digitalprojekt laufen.
Jennifer Evans
18.01.2019
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Das wissenschaftlich begleitete Projekt sieht vor, dass bei allgemeinmedizinischen und kinderärztlichen Notfalldienstpraxen in Bochum und Detmold eine digitale Info-Tafel aufgestellt wird. Dort erhalten Patienten Auskunft über die vier nächstgelegenen notdiensthabenden Apotheken.

Ziel des Modellvorhabens ist es, die Effizienz in der Notfallversorgung zu verbessern. Das betonten AKWL-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening und KVWL-Vorsitzender Gerhard Nordmann. Immerhin kämen etwa ein Drittel der Patienten, die eine Apotheke im Nacht- und Notdienst aufsuchten, direkt aus einer der ärztlichen Notfalldienstpraxen, heißt es. Für sie stellten sich drei Fragen: Welche Apotheke hat jetzt Notdienst? Bekomme ich dort meine Medikamente? Und: Wie finde ich schnell zur Apotheke?

Über die Info-Tafel ist es demnach möglich, Rezeptinformationen digital an eine Apotheke zu übermitteln. Gleichzeitig läuft eine Abfrage, ob das verordnete Arzneimittel dort überhaupt vorrätig ist – die Rückmeldung erfolgt innerhalb weniger Minuten. Mit diesem Prozedere will man Patienten unnötige Wege ersparen. In einigen Apotheken sollen parallel Rezeptanfragen per Smartwatch eingehen können.

Bei unklaren Verordnungen, Arzneimittelunverträglichkeiten oder Lieferengpässen könne der Apotheker über eine Chat-Funktion direkt Kontakt zum verordnenden Arzt aufnehmen. »Dieser heilberufliche Austausch zwischen Arzt und Apotheker stellt den wesentlichen Mehrwert des Projekts dar«, so Overwiening und Nordmann.

Insgesamt beteiligen sich an dem Projekt, das bis Mitte April läuft, 283 Apotheken auf freiwilliger Basis. Die Verantwortlichen zeigen sich zuversichtlich, dass das Digitalprojekt die Effizienz der Notfallversorgung weiter verbessern kann. Überwiegend richte sich das Angebot an Eltern, deren Kinder an Symptomen wie Husten, Schnupfen, Fieber, Durchfall oder Verstopfung leideten, heißt es.

Weitere Informationen gibt es unter www.frag-das-a.de

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