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Wahlradar Gesundheit
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Ideen für die Zukunft der Apotheken

Im Vorfeld der Bundestagswahl hat die Apothekerschaft Direktkandidatinnen und -kandidaten aller 299 Wahlkreise in Deutschland zu Apotheken-Themen befragt. Um die Zukunft der Offizinen zu sichern, haben die künftigen Abgeordneten viele Ideen: Etwa die Zusammenarbeit mit Familienzentren, Werbung für den Beruf in Schulen, einen Sonderfonds für Apotheken in strukturschwachen Gebieten oder eine variable Vergütung, die kleine Apotheken unterstützen soll.
AutorKontaktCharlotte Kurz
Datum 21.09.2021  11:02 Uhr

Idee: Kleine Apotheken bekommen mehr Vergütung

Bei der Frage nach der Konzentration vieler Apotheken in einer Hand wolle sich die Linke klar gegen die Einführung großer Apothekenketten und gegen Apotheken in der Hand von Kapitalgesellschaften einsetzen, erklärt beispielsweise Katja Kipping, die bis vor Kurzem noch Vorsitzende der Partei Die Linken war. Sie kandidiert in Dresden als Direktkandidatin erneut für den Bundestag. Zudem fordert die Linke durchweg eine Abschaffung der Rabattverträge und der Import-Förderklausel.

Um weiter zu verhindern, dass sich nur »ganz große Apotheken und Versandapotheken auf dem Markt durchsetzen«, hat Linda Heitmann von den Grünen, die in Hamburg antritt, zudem eine Idee. Sie schlägt vor, dass größere Apotheken pro Packung eine niedrigere Vergütung erhalten sollten als kleine Apotheken. Allerdings sei dies innerhalb der Partei noch nicht ausdiskutiert und dafür gebe es derzeit keine offizielle Beschlusslage. Aber auch ihre Parteikollegin Uta Brehm aus dem Wahlkreis Wiesbaden in Hessen, will sich dafür einsetzen, »dass die Höhe der packungsabhängigen Vergütung an den Umsatz der abgebenden Apotheke gekoppelt wird.«

Filiz Polat, Abgeordnete des Deutschen Bundestags und Direktkandidatin im Wahlkreis Osnabrück-Land (Niedersachsen) der Grünen möchte über die Aufhebung des Mehrbesitzverbotes nachdenken: »Uns ist aber bekannt, dass auch seitens der Apotheker der Ruf nach zumindest einer Lockerung des Mehrbesitzverbotes existiert. Insofern können wir uns vorstellen, dass insbesondere für ländliche Räume die bisherige Beschränkung je nach Bedarf auf drei Apotheken gelockert wird. Dadurch können dann flexiblere Versorgungslösungen ermöglicht werden für Gebiete, die sonst eventuell unterversorgt wären.« Auch bei einer Diskussionsrunde vergangene Woche sprachen sich einige Politikerinnen und Politiker für eine pragmatische Handhabung des Mehrbesitzverbots aus. ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening zeigte sich über diese Debatte allerdings entsetzt.

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