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RKI setzt Impfziel
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Hohe Impfquote wegen Delta nötig

Im Kampf gegen das Coronavirus kommt es maßgeblich aufs Impfen an. Möglichst viele Menschen sollten mitmachen, fordern Politik und Wirtschaft. Das Robert Koch-Institut (RKI) nennt ein konkretes Ziel.
AutorKontaktdpa
Datum 06.07.2021  12:00 Uhr

»Impftermine sind wertvoll«

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen in Beratungen der CDU-Spitze, man müsse bei der Impfquote Richtung 80 Prozent kommen. Vor allem ungeimpfte Kinder würden im Herbst noch verwundbar sein. Diskutiert wird auch über mehr Angebote und Anreize, Impfwillige zu motivieren. Bußgelder für achtlos »geschwänzte« Termine soll es nicht geben. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin: »Impftermine sind wertvoll. Es ist wichtig, dass sie auch genutzt werden.« Wer Termine nicht einhalten könne, solle sie absagen, auch aus Achtsamkeit vor dem Einsatz der Mitarbeiter in Praxen und Impfzentren. Seibert betonte generell: »Nehmen Sie diese Angebote wahr – Sie schützen sich nicht nur selbst vor einer potenziell schweren Krankheit. Sie schützen auch uns alle.« Dies gelte ebenso für die wichtigen zweiten Impfungen.

Wegen der nun niedrigen Neuinfektionszahlen dürfe man sich nicht der Illusion hingeben, sich als nicht mehr gefährdet zu sehen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Montag in Berlin: »Mit den Impfungen kehrt Normalität zurück.« Spahn rief dazu auf, dass sich möglichst viele impfen lassen. »Denn umso mehr sich impfen lassen, um sich und andere zu schützen, desto mehr Normalität ist dann auch möglich vor allem auch im Herbst und Winter.«

Für Geimpfte kündigte Spahn Erleichterungen an: »Wir werden diejenigen, die auch geimpft sind, sicher nicht noch einmal mit den gleichen Einschränkungen, auch Kontaktreduzierungen belegen müssen wie jemanden, der nicht geimpft ist«, sagte er. »Also man schützt sich selbst und andere, und das macht dann auch den Austausch über die Grenzen wieder leichter.«

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und DGB-Chef Reiner Hoffmann warben gemeinsam für Schutzimpfungen, die »der Königsweg aus der Pandemie« seien. Wo immer möglich sollten Arbeitgeber ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern betriebliche Impfungen anbieten. »Gleichzeitig appellieren wir an die Beschäftigten, die Impf- und Testangebote anzunehmen.« Dulger und Hoffmann äußerten die Sorge, dass Erreichtes verspielt werde. Sie seien aber zuversichtlich, »dass wir mit einer gemeinsamen Anstrengung der nationalen Impfkampagne zum Erfolg verhelfen und ein hohes Schutzniveau erreichen können«. FDP-Chef Christian Lindner sprach sich für »positive Anreize« für Corona-Impfungen wie Gratis-Eintritt in Museen aus. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte »Business Insider«: »Es muss freitags- und samstagsabends mobile Impfstationen an belebten Plätzen geben, wo sich viele Leute treffen, auch vor Bars und Clubs.« Man müsse mit den Impfungen dorthin, wo die Menschen seien.

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