| Theo Dingermann |
| 13.02.2026 14:00 Uhr |
Die Autoren diskutieren drei strategische Handlungsfelder, um den strukturellen Vorteil des Virus durch antigenischen Drift zu kompensieren:
Auch für Deutschland liegen mittlerweile belastbare Daten zur Influenzasaison 2025/2026 vor, die das im NEJM‑Artikel beschriebene Bild einer durch H3N2‑Subklade K dominierten, relativ früh einsetzenden, aber insgesamt saisonalen Grippewelle bestätigen und ergänzen.
Nach Analysen des RKI wurde die Subklade K (J.2.4.1) im August 2025 erstmals in Deutschland nachgewiesen. Seither stellt sie den Hauptanteil der zirkulierenden A(H3N2)‑Viren und ist maßgeblich für die Dynamik der aktuellen Grippewelle verantwortlich.
Im stationären Bereich entfallen bislang rund 72 Prozent der typisierten Influenzanachweise auf A(H3N2) und etwa 28 Prozent auf A(H1N1)pdm09. Influenzaviren der B‑Linien wurden in Deutschland in dieser Saison bisher nicht detektiert.
Epidemiologisch fällt ähnlich wie in den USA ein früher saisonaler Start mit einem steilen Anstieg der Fallzahlen auf, wobei die Welle nach RKI‑Definition bereits ab der 48. Kalenderwoche 2025 läuft und die akuten respiratorische Erkrankungen (ARE) sowie die schweren akuten Atemwegsinfektionen (SARI) inzwischen ein für die Jahreszeit hohes, aber im Rahmen früherer Winter übliches Niveau erreicht haben.
In Summe bewegen sich die Belastungsindikatoren in Deutschland bislang im Rahmen einer ausgeprägten, aber nicht außergewöhnlichen Saisonalwelle, sodass die Einstufung als »Super‑Grippe« als überzogen gelten kann.
Allerdings zeigte sich in den ersten Januarwochen ein deutlicher Anstieg der SARI‑Inzidenzen bei 0‑ bis 4‑Jährigen an, der sich später nicht weiter fortsetzte. Bei Schulkindern verharrt die schwere respiratorische Morbidität dagegen seit mehreren Wochen auf hohem Niveau, während sie in anderen Altersgruppen moderat blieb oder leicht zurückging.