Die Apothekerschaft will den Protesttag bewusst nicht als Demonstration gegen Gesundheitsministerin Nina Warken verstanden wissen. »Ich glaube der Ministerin, dass sie die Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro wirklich umsetzen will. Aber sie agiert nicht im luftleeren Raum. Es gibt genügend Akteure, die das verhindern wollen. Daher ist es ganz wichtig, dass wir ein deutliches Zeichen setzen und zeigen, wie wichtig das für den Erhalt der Apotheken ist«, so Anke Rüdinger im Podcast PZ-Nachgefragt.
Die Vorsitzende des Berliner Apotheker-Vereins hofft auf zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer. »Es ist wichtig, dass wir alle geschlossen hinter der Aktion stehen und dafür sorgen, dass das ein Erfolg wird«, so Rüdinger. »Wir haben jahrelang für eine Erhöhung des Fixums getrommelt. Jetzt stehen wir kurz davor und müssen noch mal alle gemeinsam sagen, dass das überfällig ist.«
Kurz vor den Kundgebungen zeichnet sich eine hohe Teilnehmerzahl ab. Der Apothekerverband Mecklenburg-Vorpommern rechnet beispielsweise damit, dass am Montag im Nordosten über 80 Prozent der Apotheken geschlossen bleiben. In allen Regionen soll die Versorgung der Menschen aber weiter durch Notdienste sichergestellt sein.
Die Apotheken erhalten auch Unterstützung aus der Politik. »Die Proteste der Apothekenteams sind wichtig und notwendig: Seit Jahren wird die wirtschaftliche Lage der Apotheken ignoriert, während Kosten steigen und die Versorgungssicherheit leidet«, sagte beispielsweise Linken-Gesundheitssprecher Ates Gürpinar zur PZ. Unions-Apothekenberichterstatter Stephan Pilsinger (CSU) versprach in der vergangenen Woche erneut, dass die Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro bald per Verordnung kommen wird.