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WHO

Hepatitis-Elimination ist bezahlbar

Die WHO will die Zahl der Neuinfektionen mit Hepatitis C bis 2030 um 90 Prozent senken – das ist aber nur zu schaffen, wenn mehr Infizierte als solche erkannt und behandelt werden. Dabei sollen kostengünstige Generika helfen.
dpa
26.07.2019  09:00 Uhr

Weltweit sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 325 Millionen Menschen mit Hepatitis B oder C infiziert. Etwa 1,4 Millionen Menschen sterben demnach jedes Jahr an den Folgen. Doch derzeit haben nur 20 Prozent haben Zugang zu Tests und Medikamenten. Das muss sich dringend ändern.

Die 67 besonders betroffenen Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen bräuchten Investitionen von 6 Milliarden US-Dollar (5,4 Milliarden Euro) im Jahr, um die Zahl neuer Hepatitis-Ansteckungen bis 2030 um 90 Prozent zu senken, berichtet die WHO zum Welt-Hepatitis-Tag (28. Juli) in der Fachzeitschrift «Lancet Global Health». «Es ist bezahlbar und sehr kosteneffizient», sagte Marc Bulterys, WHO-Hepatitis-Experte, in Genf.

Die Gesundheitsdienste sparten innerhalb von drei Jahren sogar Geld, weil sie weniger Hepatitis-Infizierte mit Komplikationen behandeln müssten. In den 67 Ländern könnten 4,5 Millionen Todesfälle bis 2030 verhindert werden. Für Hepatitis C gebe es in Indien inzwischen günstige Generika. Dort koste eine dreimonatige Behandlung weniger als 40 Dollar, sagte Bulterys. In den USA koste dieselbe Behandlung 18.000 Dollar. 98 Prozent der Patienten seien nach drei Monaten Behandlung geheilt. Der diesjährige Welt-Hepatitis-Tag steht unter dem Motto »Invest in eliminating hepatitis«,

Von den fünf Hepatitis-Viren sind Infektionen mit B und C die folgenschwersten, da sie chronische Leberentzündungen und Leberkrebs verursachen können. Chronische Hepatitis B und C-Infektionen machten 96 Prozent der Todesfälle aus. Am stärksten betroffen sei Pakistan mit zehn Millionen Fällen, gefolgt von China und Ägypten.

Problem ist nach Angaben der WHO, dass viele Infizierte nichts von ihrer Erkrankung wissen, da Symptome oft erst nach vielen Jahren auftreten. Vermutlich wisse nur jeder Zehnte von seiner Infektion. Selbst nach einer Diagnose werden nur 17 Prozent der Patienten behandelt.

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