Pharmazeutische Zeitung online
Nagelpilz-Behandlung

Hartnäckigkeit zählt

Für die Behandlung von Nagelpilz-Infektionen stehen verschiedene Arzneimittel zur Auswahl. Zusätzlich benötigt der Betroffene Disziplin und Geduld, denn die Behandlung dauert mindestens einige Wochen – bis hin zu einem Jahr.
Maria Pues
08.07.2019
Datenschutz bei der PZ

Brüchige Nägel, eine Verdickung der Nagelplatte, Verfärbungen der Nägel – sie können auf einen Nagelpilzbefall hindeuten. Schätzungen zufolge sind zwischen 3 und 12 Prozent der Bevölkerung betroffen, ältere Menschen häufiger als jüngere. Auch Grunderkrankungen wie ein Diabetes mellitus können das Risiko erhöhen. Da jedoch auch andere Erkrankungen, etwa eine Psoriasis, Symptome an den Nägeln hervorrufen können und Nagelpilz-Behandlungen langwierig sind, sollte vor der Behandlung eine ärztliche Diagnose stehen. Bei begrenzter Infektion kann die Therapie lokal erfolgen. Hierfür stehen ­verschiedene nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel in Form von ­Nagellacken und Cremes zur Auswahl.

Lacke zur Behandlung von Nagelpilz-Erkrankungen enthalten entweder Amorolfin oder Ciclopirox, und sie sind entweder alkohol- oder wasserlöslich. Alle Lacke werden wie ein kosmetischer Nagellack aufgetragen, doch es gibt auch Unterschiede in der Anwendung. So wird Amorolfin-haltiger Lack (wie Loceryl® Nagellack) ein bis zwei Mal wöchentlich aufgetragen. Vor der ersten Anwendung werden zunächst die erkrankten Teile des Nagels entfernt und dann der Lack aufgetragen. Vor jeder weiteren Anwendung wird die vorhandene Lackschicht zunächst mittels Alkoholtupfer entfernt.

Mit abnehmender Häufigkeit wird ein alkohollöslicher Ciclopirox-haltiger Lack (wie Nagel Batrafen® A) aufgetragen: im ersten Monat jeden zweiten Tag, im zweiten Monat mindestens zwei Mal wöchentlich, ab dem dritten Monat einmal wöchentlich. Die Lackschicht muss jedoch stets nur einmal wöchentlich entfernt werden. Ein wasserlöslicher Ciclopirox-haltiger Lack (wie Ciclopoli®) wird täglich angewendet, vorzugsweise am Abend, denn die Nägel dürfen danach mindestens sechs Stunden nicht gewaschen werden. Wichtig bei allen Nagellacken: Auch die seitlichen Nagelanteile müssen sorgfältig bestrichen werden, damit der Wirkstoff in den ganzen Nagel eindringen kann.

Cremes zur Nagelpilz-Behandlung enthalten Bifonazol (wie Canesten® extra Nagelset). Zusätzlich enthaltener Harnstoff erweicht die erkrankten Teile des Nagels, die so leichter entfernt werden können. Die Creme wird einmal täglich auf den erkrankten Nagel aufgetragen und dieser bis zum nächsten Tag mit einem Pflaster abgeklebt. Am nächsten Tag badet man den betroffenen Finger oder Zeh circa 10 Minuten in warmem Wasser, entfernt dann die erkrankte Nagelsubstanz und trägt die Creme erneut auf. Je nach Dicke des Nagels muss der Vorgang täglich über ein bis zwei Wochen wiederholt werden. Im Anschluss führt der Patient die Behandlung mit einer harnstoffreien Creme weitere vier Wochen fort, die ebenfalls täglich aufgetragen werden muss.

Während der Behandlung muss der erkrankte Nagel gekürzt und erkrankte Nagelteile entfernt werden. Dazu eignen sich vorzugsweise Einmal-Nagelfeilen. Nagelscheren sollten nach Gebrauch desinfiziert werden. Handtücher, Badematten und Bettwäsche sollten mit einem Vollwaschmittel bei 60 °C gewaschen werden. Um einer erneuten Infektion vorzubeugen, können Schuhe und Strümpfe desinfiziert werden.

Wichtig ist, die jeweilige Therapie konsequent und lange genug durchzuführen, damit die Pilzinfektion vollständig beseitigt werden kann. Nicht zuletzt: Mitunter entwickelt sich ein Nagelpilz aus einem Fußpilz. Daher sollten Betroffene auch dies kontrollieren ­(lassen). 

Mehr von Avoxa