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Statine

Gute Lipidsenker – aber mehr auch nicht

Können Statine mehr als den Cholesterolspiegel zu senken und dadurch das Herz-Kreislauf-Risiko zu reduzieren? Metaanalysen deuteten zuletzt auf positive Effekte etwa bei Krebs oder Diabetes hin. In einem sogenannten Umbrella-Review fasst ein internationales Forscherteam nun die Ergebnisse von Beobachtungsstudien und randomisierten, kontrollierten Studien zusammen.
Annette Mende
08.10.2018
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»Keine überzeugende Evidenz für eine Wirkung auf nicht kardiovaskuläre Endpunkte«: So lautet das Fazit der Wissenschaftler um Dr. Yazhou He von der Sichuan University West China in Chengdu im Fachjournal »Annals of Internal Medicine«. Aus den 122 berücksichtigten Metaanalysen von Beobachtungsstudien ließen sich jedoch zwei hochwahrscheinliche Assoziationen ableiten (»highly suggestive associations«): eine reduzierte Krebssterblichkeit bei Patienten, die breits vor ihrer Tumorerkrankung eine Statineinnahme begonnen hatten, und eine Reduktion der Exazerbationsrate bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD).

Die Auswertung der 144 berücksichtigten randomisierten klinischen Studien ergab eine wahrscheinliche Assoziation, nämlich eine geringere Sterblichkeit bei Patienten mit chronischer Niereninssuffizienz durch Statine. Die Autoren gehen jedoch davon aus, dass hierfür vor allem die positiven Effekte der Lipidsenker auf das Herz-Kreislauf-System verantwortlich sind – und die sind ja bekannt. Alles in allem halten die Forscher einige der identifizierten möglichen Assoziationen für durchaus wert, näher untersucht zu werden. Eine Ausweitung der Empfehlung von Statinen über die bereits bestehenden Indikationen hinaus befürworten sie jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Foto: iStock/Paul Bradbury

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